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Das Freizeitcamp auf dem Melmes bei Geilshausen soll verkauft werden.

Steigt Grundsteuer auf 800 Prozent?

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Rabenau (vh). Rabenaus Bürgermeister Florian Langecker hat den Entwurf des Doppelhaushalts für 2019/2020 im Gemeindeparlament eingebracht. Der Haushaltsentwurf ist ausgeglichen, das hat aber seinen Preis: Die Gemeinde wird Anlagevermögen veräußern und massiv die Steuern anheben - immer vorbehaltlich der Zustimmung der Gemeindevertreter. Denn wie Langecker am Freitagabend betonte, er nenne die Fakten und ihre Auswirkungen, letztlich zu entscheiden aber habe das Plenum.

Wie von dieser Zeitung berichtet, sollen die Kindergärten in Londorf und Rüddingshausen an das Deutsche Rote Kreuz verkauft werden. Der Restbuchwert beträgt 2,5 Millionen Euro. Ob dieser Verkaufspreis erzielt werden könnte, soll ein Gutachter klären.

Das Freizeitgelände auf dem Melmes bei Geilshausen (ehemals "Delta-Tours"), so weiter der Rathauschef, sei nach der Prüfung doch nicht als Standort für eine Kindertagesstätte geeignet. Angedacht war dort zunächst eine Art Waldkindergarten. Um die Organisation für eine ersatzweise Betreuung in der Größenordnung zweier Kita-Gruppen kümmere sich nun das DRK, der künftige Träger der Rabenauer Kita; wie berichtet, soll der Fehlbedarf möglichst mit "Pflegenestern" gedeckt werden. Kaufinteressenten für das Freizeitcamp gebe es. Und noch ein Gebäude will die Gemeinde verkaufen: ihr altes Rathaus in der Freigasse 7 (denkmalgeschützt). Notwendige Sanierung, so Langecker, könne die Gemeinde nicht stemmen.

Gemäß Etatentwurf würde die Grundsteuer B von derzeit bereits 660 auf den kreisweiten Rekordwert von 800 Hebepunkten ansteigen. Auch die Grundsteuer A soll von 400 auf 460 Punkte erhöht werden. Die Gewerbesteuer dagegen bliebe unverändert bei 400 Punkten. Langecker informierte, dass allein die so vereinnahmten 2,5 Millionen Euro an Steuern der Gemeinde die Aufnahme von Krediten 2020 und 2021 und vielleicht noch im Jahr 2022 erspare.

Der Stellenplan soll zunächst eingefroren, mittelfristig sollen bei den Personalkosten 100 000 Euro eingespart werden. Aufgelaufene Schäden im Kanalbereich sind mit jährlich 500 000 Euro abzuarbeiten, die Sanierung der Wasserversorgung soll jeweils 300 000 Euro kosten. Im Bedarfsfall kommen Ausgaben für grundhafte Straßensanierungen hinzu. Apropos: Wie der Etatrede weiter zu entnehmen, sollen für dringend erforderliche Straßensanierungen ab 2020 jährlich 100 000 Euro bereitgestellt werden. Für die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Spartechnik ist im kommenden Jahr ein Betrag von 250 000 Euro geplant. Doe Defizite im Gemeindewald belaufen sich auf bis zu 100 000 Euro für die nächsten Jahre. Die Stelle des einen Waldarbeiters steht diesbezüglich auf der Kippe und könnte zu dessen Einsatz auf dem Bauhof führen. Einsparungen durch Zusammenarbeit mit Allendorf sollen weiter "ausgeguckt" werden. Sie kämen nicht so recht voran, hieß es.

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