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Manuel Kömpf

Preisgekrönte Goldammer

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Rabenau (pm). 30 Jahre Erfahrung in der Haltung und Zucht seltener einheimischer Waldvögel zahlen sich aus: Manuel Kömpf aus Rüddingshausen kam dieser Tage mit einem großen Pokal von der Landesvogel-ausstellung in Ehrenberg (Rhön) zurück. Er wurde Landessieger 2019 unter den Züchtern der europäischen Waldvögel, die in der "Vereinigung für Artenschutz, Vogelhaltung und Vogelzucht" organisiert sind.

Einmal im Jahr findet die Landesvogelausstellung statt. Dort kommen Züchter aus ganz Hessen zusammen, um ihre Nachzuchten zu präsentieren. Kömpf hatte neben seiner Goldammer auch andere Arten - beispielsweise Blaukehlchen, Star, Gartenrotschwanz, Zaunkönig und Kernbeißer - den Besuchern präsentiert. Am Samstagmorgen bewerteten die Zuchtrichter die einzelnen ausgestellten Vögel. Diese wurden in fünf Kategorien unterteilt: Großsittiche, Wellensittiche, Kanarien, Exoten und europäische Vögel.

Jede einzelne Art wurde von den Zuchtrichtern begutachtet. Dabei wurde auf das Gefieder, die Farbe, den Körperbau, das Verhalten und die Präsentation des jeweiligen Tieres geachtet. Die Vögel wurden in verschiedene Schauklassen eingeteilt und dadurch die jeweiligen Klassensieger ermittelt. Die Klassensieger konkurrieren bei diesem Wettbewerb miteinander und ergeben Gruppensieger. Aus den Gruppensiegern werden Landesgruppensieger ermittelt und hieraus wiederum wird ein Landessieger gekürt - in diesem Jahr war es die Goldammer von Manuel Kömpf.

Aufwendige Aufzucht

Der Titel eines Landessiegers ist für Kömpf keine Seltenheit mehr. 2019 errang er diesen bereits zum zehnten Mal in Folge - erfolgreich war er jeweils mit unterschiedlichen Vögeln, wie beispielsweise 2010 mit einem Erlenzeisig, ein Jahr später mit einer Heckenbraunelle, 2012 mit einer Nachtigall, 2013 mit einem Kleiber, gefolgt von Zaunkönig, Blaukehlchen, Seidenschwanz, Gartenrotschwanz, Kernbeißer und in diesem Jahr mit einer Goldammer.

Auch auf Bundesebene war Kömpf lange Zeit vertreten. Er erreichte über mehrere Jahre einige Bundessiege, worauf er mit Stolz zurückblickt. Die Nachzucht europäischer Vögel ist eine Unterstützung des Artenschutzes. Alle Tiere sind behördlich erfasst: sie sind bei der entsprechenden Behörde registriert (für Rüddingshausen ist das Regierungspräsidium Gießen zuständig), werden artenschutzrechtlich beringt und mit Papieren ausgestattet.

Bei Manuel Kömpf leben die Tiere artgerecht in naturnah gestalteten Volieren auf rund 200 Quadratmetern. Der Rüddingshäuser Züchter verbringt täglich viel Zeit bei seinen Tieren. Besonderen Wert legt er auf ein gutes nahrhaftes Futter, das er teilweise selbst herstellt. Auch frisches Obst und Beeren bietet er seinen Vögeln an, denn ausgewogenes und abwechslungsreiches Futter ist Kömpf sehr wichtig und somit auch den großen Aufwand wert. Während der Zuchtzeit verfüttert Kömpf pro Monat rund 30 Kilo Mehlwürmer, rund 6000 Grillen, etwa 20 000 Obstfliegen und ca. 100 Liter sonstige Maden. Einen Teil dieses Lebendfutters züchtet Kömpf in Wärmeschränken selbst.

Dass ihn seine inzwischen 30-jährige Erfahrung in der Vogelzucht auszeichnet, zeigen die zahlreichen Pokale, Medaillen sowie der achtmalige Bundessieg, dazu wurde er zehnmal in Folge hessischer Landessieger sowie mehrfacher Vereinsmeister in seinem Verein, den Vogelfreunden Lollar. (Foto: pm)

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