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Neun Zentner Goldfische abgefischt

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Von: red Redaktion

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Rabenau/Wettenberg (pm). Im FFH- und Naturschutzgebiet Sickler Teich bei Londorf sind in der ersten Novemberwoche durch die Firma Fischzucht Korb etwa neun Zentner Goldfische abgefischt worden, um die Amphibien im Teich zu schützen. Das berichteten jetzt Annika Wilbers und Holger Brusius vom Forstamt Wettenberg. Die beiden Mitarbeiter sind in dem Amt für den Naturschutz zuständig.

In Hessen sind bereits viele Amphibienarten aus der Fläche verschwunden, weil sie keine geeigneten Laichgewässer mehr finden. Mit großem Aufwand werden Natur-schutz-Gewässer angelegt und gepflegt, um den weiteren Schwund der Arten aufzuhalten.

Wasser abgelassen

Der illegale Besatz solcher Gewässer durch Tiere aus dem zu klein gewordenen Gartenteich oder Aquarium erschweren diese Arbeit leider immer öfter, so die beiden Forstamt-Mitarbeiter.

Da sich Goldfische rasant vermehren und ihren Heißhunger mit Kaulquappen, Molchen und Libellenlarven stillen, »stellen sie eine große Bedrohung für diese Tierarten dar«.

Eine weitere Gefahr für Gewässer geht auch von den Krankheiten aus, die ausgesetzte Tiere aus dem Gartencenter oder Heimtierbedarf mitbringen können. So brachte der amerikanische Flusskrebs die Krebspest mit, die die einheimischen Flusskrebse, insbesondere den streng geschützten Edelkrebs, in heimischen Gewässern auszurotten droht.

Im Sickler Teich und auch in weiteren Tümpeln und Feuchtgebieten der Umgebung wurden vom ehemaligen Revierleiter Peter Krautzberger erneut Goldfische in großer Zahl gefunden. Zum Schutz des Berg- und Teichmolchs wurde aus dem Sickler Teich in der ersten Novemberwoche das Wasser abgelassen und alle Goldfische aufgesammelt.

Der Teich wird nun einige Wochen lang trockengelegt. Anschließend wird er wieder aufgestaut, sodass die Amphibien den Teich im kommenden Jahr ungestört bevölkern können.

Da diese Maßnahme bereits zum zweiten Mal am Sickler Teich nötig war, weisen die Experten des Forstamts darauf hin, dass das Aussetzen von gebietsfremden Arten in der freien Natur durch das Bundesnaturschutzgesetz untersagt ist (§40 BNatschG).

»Wenn Sie Ihre Pflanzen und Tiere nicht mehr halten können, bieten sich Tierheime und auch private Auffangstationen als mögliche Abnehmer an, deren Kontaktdaten im Internet verfügbar sind. Bitte verzichten Sie darauf, Pflanzen und Tiere in die Natur auszusetzen«, erläutern Wilbers und Brusius in ihrer Pressemitteilung.

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