Der Festplatz Geilshausen ist etwa 4000 Quadratmeter groß. Die sechsgruppige Kita Rabennest Londorf, hierher projiziert, würde den Festplatz so gut wie ausfüllen. FOTO: VH
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Der Festplatz Geilshausen ist etwa 4000 Quadratmeter groß. Die sechsgruppige Kita Rabennest Londorf, hierher projiziert, würde den Festplatz so gut wie ausfüllen. FOTO: VH

Mehrheit für Neubau in Geilshausen

  • vonVolker Heller
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Rabenau(vh). Rabenau will den kurzfristigen Bedarf an Betreuungsplätzen in den Kindertagesstätten abdecken. Momentan sind noch 31 anspruchsberechtigte Kinder ohne einen Platz. Pamela Becker (FW) wollte angesichts dieser seit Wochen im Raum stehenden Zahl bei der Parlamentssitzung in der Lumdatalhalle am Freitag wissen: "Wo gehen die hin?" Bürgermeister Florian Langecker erklärte, es gebe keine ganz kurzfristige Lösung - es sei denn, das Parlament würde im Dezember beschließen, übergangsweise Container anzumieten. Zeitgleich müsse dann auch zusätzlich Personal eingestellt werden.

Im gesamten Gebiet der Rabenau entspreche kein öffentliches Gebäude mit Ausnahme des Bürgersaals Londorf den Vorschriften zum Betrieb einer Kita. Das Anmieten von Containern würde den neuen Haushalt 2021 in Schieflage bringen, so Langecker. Der Entwurfsplan steht mit 127 000 Euro im Plus. Container ohne Personal würden rund 400 000 Euro kosten. Ottmar Lich (FW) regte an, man könne sich vielleicht einen Bauwagen als Waldkindergarten besorgen. Lich: "Die Eltern haben einen Rechtsanspruch. Wir müssen liefern. Wir können das nicht ignorieren und uns tot stellen."

Weil der Bürgersaal als Gemeinschaftshaus erhalten bleiben soll und im Falle von Container-Mieten die Grundsteuer B erhöht werden müsste, bleibt Rabenau wegen des Zeitdrucks nur die Modulbauweise - also vorgefertigte Teile in Massivausführung. Dann hätte man zu Beginn des nächsten Kindergartenjahrs, im August 2021, eine betriebsfertige Kita. Warten auf einen Massivbau, Stein auf Stein, würde einschließlich des zeitaufwändigen Bauleitverfahrens bis zu drei Jahre Zeit verschlingen. Ein viergruppiger Modulbau soll es sein, er soll voraussichtlich auf dem Festplatz Geilshausen Platz finden.

Dort regt sich unterdessen Widerstand, denn der Festplatz würde fast vollständig bebaut werden. Die Geilshäuser wollen dort weiterhin Kirmes und Vereinsjubiläen feiern (2028 wird der SV Geilshausen 100 Jahre alt). Angesichts einer Kita dieser Größe mit Außengelände (Spielplatz) und Parkplätzen bliebe für ein großes Festzelt vermutlich kein Raum mehr übrig. Der Ortsbeirat Geilshausen tagt am Mittwoch, 11. November, und wird darüber beraten. Eine Alternativfläche in Geilshausen müsste derweil gefunden und angekauft werden. Der Festplatz gehört der Gemeinde.

Betriebskosten bereiten Sorge

Karl-Heinz Till (Grüne) erklärte: "Familien interessieren sich für Rabenau." Geilshausen wachse und es sei "wahnsinnig sinnvoll", dort eine Kita zu bauen. Überwiegend unstrittig war ein Neubau in Geilshausen, auch nachhaltig für vier Gruppen. Bei Investitionskosten von rund zwei Millionen Euro (einschließlich Außengelände und Baunebenkosten) erhielte Rabenau für jede Gruppe eine Viertelmillion Euro Förderung. Insofern würde man den Neubau schon irgendwie stemmen.

Heinrich Nachtigall und Michael Harnack (CDU) erinnerten an die jährlichen Betriebskosten. Der Neubau mit vier Gruppen würde jährlich 800 000 bis 900 000 Euro verschlingen. Allerdings würde sich die Summe um 200 000 Euro reduzieren, da im Rabennest Londorf eine Gruppe abgezogen würde und in Geilshausen einzöge. Harnack: "Das können wir nicht stemmen. 2021 sind Kommunalwahlen. Das können wir dem neuen Parlament nicht aufbürden."

Angesichts der Quadratur des Kreises brachte Bernd Schladitz die Möglichkeit einer Klage gegen das Land Hessen ins Spiel. Auch Till forderte, den Klageweg zu beschreiten. Gottfried Schneider (FW) meinte dagegen: "Wir müssen Kredite aufnehmen." Dr. Markus Eichmann (CDU): "Kredite gibt es nur für die Investition, nicht für laufende Ausgaben (Betriebskosten)." Langecker schlug vor, im Frühjahr über die Klage zu beraten. Den Parlamentsbeschluss (viergruppiger Neubau in massiver Modulbauweise in Geilshausen) trug die große Mehrheit mit (16 Ja-Stimmen, zwei Nein-Stimmen, eine Enthaltung).

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