"Mehr ist für uns ohnehin nicht zu stemmen"

  • Thomas Brückner
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Rabenau(tb). Alles andere als auf Rosen gebettet, war in der Lumdatalgemeinde nicht mehr drin. Nicht mehr als die Einführung wiederkehrender Straßenbeiträge. Während andernorts, besonders im Speckgürtel rund um Gießen, die Anlieger komplett entlastet werden, grundhafte Erneuerungen von Gemeindestraßen oder Gehwegen aus allgemeinen Haushaltsmitteln bezahlt werden (gut, mag sein, dafür steigen hier und da die Grundsteuern).

Auf dass die Rabenauer - vor allem jene, die im jeweiligen Abrechnungsgebiet (Ortsteil) wohnen - wissen, was auf sie zukommt, hat die Verwaltung eine Auflistung der Baumaßnahmen erstellt. Satzungsgemäß für einen Zeitraum von fünf Jahren, von 2020 bis 2024. Der Fachausschuss für Bauen, Umwelt, Land- und Forstwirtschaft beriet darüber am Montagabend. Und war offensichtlich zufrieden mit der Arbeit des Bauamts unter seinem Leiter Thomas Mohr: Einstimmig wurde die Vorlage zum Beschluss empfohlen.

Nächste Baustelle: Rüddingshausen

Erste Maßnahme auf der Liste ist die im März begonnene grundhafte Erneuerung der Alsfelder Straße in Kesselbach. Da eine Landesstraße, sind "nur" die mit rund 360 000 Euro veranschlagten Kosten für die Gehwege umzulegen. Laufen die Arbeiten weiter nach Plan, wird der 500 Meter lange Abschnitt zum Jahresende wieder für den Verkehr freigegeben. Wie in Kesselbach handelt es sich auch bei der Homberger Straße in Rüddingshausen um eine Landesstraße, ist also Hessen Mobil Kostenträger. Avisiert wurde die Maßnahme für 2022, jedoch, so bat Mohr vor dem Ausschuss zu beachten: "Eine Rückmeldung haben wir noch nicht." Ebenfalls das gleiche Bild wie in Kesselbach ergibt sich, schaut man unter die marode Fahrbahndecke: TV-Befahrungen haben einige Schwachstellen in den Hauptleitungen für Wasser und Abwasser ergeben. Also werden die in einem Aufriss auf Kosten der Gemeinde mitsaniert.

Für die Erneuerung der Bürgersteige gilt auch hier: Umlegung nicht mehr nur auf die Anlieger und nach Grundstücksgröße, sondern wiederkehrende Gebühren für alle Ortsteilbürger. Baufachmann Mohr verwies hier noch auf die besondere Topografie auf dem rund 400 Meter langen Abschnitt zwischen den Einmündungen Odenhäuser und Wermertshäuser Straße (große Höhenunterschiede) oder auf die scharfe Kurve am ehemaligen Edeka - Punkte, die die Planung nicht gerade erleichterten. Dritter im Bunde ist Londorf, wo es freilich um Gemeindestraßen geht. Das Karree aus Reisiger Weg, Im Feldchen sowie Teilabschnitten von Brodbach- und Gartenstraße umfasst rund 540 Meter. Neben deren grundhafter Erneuerung stehen auch hier Sanierungen von Wasser und Kanal auf der Agenda. Auch hier ist es viel zu früh, um etwas zu den Kosten zu sagen.

"Mehr als das ist eh nicht zu stemmen", machte der Amtsleiter vor den Gemeindevertretern klar, dass man damit seine Schuldigkeit getan habe, dass die Fertigstellung sämtlicher Projekte bis Ende 2024 ohnedies als "unverbindliche Zielsetzung" zu verstehen sei. Mehr sei aufgrund der Finanzlage Rabenaus, der Manpower der Bauverwaltung, aber auch aufgrund der vollen Auftragsbücher der Firmen nicht drin.

Im Weiteren erläuterte Stephan Faber als Investor den Stand der Planungen für die Erweiterung des Gewerbegebietes am einen Ende Geilshausens um drei Einheiten sowie des Baugebietes am anderen Ende mit seinen rund 25 EFH-Parzellen. Hier dürfte in Kürze die Offenlage des Bebauungsplans anstehen.

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