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Der DRK-Kreisverband übernimmt zum 1. Januar die Trägerschaft der Kita "Rabennest" in Londorf, zum 1. August 2020 - wenn das Gemeindeparlament zustimmt - auch den Betrieb der Immobilie. Gleiches gilt für die Kita "Kunterbunt" in Rüddingshausen.

Mehr Flexibilität, mehr Zuschüsse

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Rabenau (vh). Das Deutsche Rote Kreuz engagiert sich bundesweit auch als Betreiber von Kindertagesstätten. Im Landkreis Gießen war das bisher Neuland. Die neue Kita Gießen-West (am alten Schlachthof) hat ihren Betrieb aufgenommen. Die Kita im Staufenberger Stadtteil Daubringen als Bestandteil eines multifunktionalen Gebäudes soll kommendes Frühjahr öffnen. Bereits am 1. Januar 2020 wird das DRK die Kitas der Gemeinde Rabenau, "Rabennest" in Londorf und "Kunterbunt" in Rüddingshausen, übernehmen, zunächst nur in Trägerschaft.

Vorbehaltlich der Zustimmung des Gemeindeparlaments wird das DRK zum 1. August 2020 beide Kitas als Betreiber übernehmen, somit der Gemeinde Rabenau die Grundstücke und Immobilien abkaufen. Christian Betz, hauptamtlicher DRK-Vorstand, erläuterte das Vorhaben auf einer gemeinsamen Sitzung der Rabenauer Ausschüsse für Finanzen und Soziales. Der Beschluss verlief im Sinne des Vorhabens. Im Finanzausschuss votierten fünf Mitglieder mit Ja, zwei enthielten sich. Der Sozialausschuss brachte fünf Jastimmen und eine Enthaltung. Das Parlament hat am 1. November das letzte Wort.

Bestandsgarantie gegeben

Die Gemeinde Rabenau hatte den künftigen Betreiber über ein Interessenbekundungsverfahren gefunden. Mit der Betriebsübergabe am 1. Januar gehen auch sämtliche Arbeitsverträge eins zu eins von der Gemeinde Rabenau auf das DRK über. Dem Personal entstünden keine Nachteile, so Betz. Die Entgeltgruppen des DRK seien denen des öffentlichen Dienstes angeglichen und die Versorgungsleistungen bei der ZVK Darmstadt liefen lückenlos weiter. Fachweiterbildung werde vom DRK intern geregelt. Die vorliegenden betreuerischen und pädagogischen Konzepte wolle man übernehmen und im Falle von Gesetzesänderungen weiter entwickeln. In Hessen ist 2019 das Gute-Kita-Gesetz hinzugekommen.

Wie Betz weiter ausführte, sei am 15. Oktober anlässlich einer Mitarbeiterversammlung der beiden Rabenauer Kitas dem Personal der unbegrenzte Besitzstand zugesichert worden. Die Erzieherinnen hätten die Neuigkeiten mutmaßlich wohlwollend aufgenommen.

Ob pro Kind oder für Pauschalen: Ein freier Träger erhält stets und teilweise deutlich mehr Zuschüsse von Land oder Bund als die Kommune. Mehr finanzielle Mittel erweitert den pädagogischen Spielraum. Das DRK will ein anderes Vertragsmodell mit dem Landkreis Gießen umsetzen. Es ermöglicht mehr Flexibilität für die Einrichtung der Kita-Plätze gemäß Kindesalter. Zusätzlich will man einen neuen Trend aufgreifen - die sogenannten Pflegenester. "Das sind Kleingruppen bis fünf Kinder außerhalb der Kitas", sagte Betz.

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