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Thomas Metz setzt auf Powerpoint-Präsentationen, Videos und Selbstkontrolle. FOTO: PM

Lernen in der "Homewache"

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Rabenau(lkl). Das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Rüddingshausen darf aktuell nur noch im Einsatzfall oder für dringende Arbeitseinsätze betreten werden - eine Situation, die nach Einschätzung des Vorsitzenden Thomas Metz auch noch eine ganze Weile so bleiben wird. "Ganz ohne Ausbildungen und Übungen geht es jedoch nicht", sagt er. "Deswegen haben wir nach einer Lösung für dieses Problem gesucht und sind ruckzuck auf die Idee gekommen, die Inhalte anschaulich digital zur Verfügung zu stellen."

Inhalte anschaulich aufgearbeitet

Mit einem elfköpfigen Team habe man innerhalb einer Woche eine sogenannte Cloud mit Ordnern zu allen Themen angelegt, die für die Freiwillige Feuerwehr relevant seien. Dafür habe man die Schulungsinhalte so aufbereitet, dass sie beim Selbstlesen verständlich sind, ohne dass sie jemand erklärt und zeigt - etwa in Form von Power-Point-Präsentationen oder anderen Formen der Visualisierung.

"Die Theorieinhalte sind schon alle drin und online", sagt Metz. Jetzt sei geplant, noch einige Erklärvideos zu drehen, um bestimmte Handgriffe vorzuführen oder ein neues Gerät vorzustellen. Zudem werde die "Homewache" laufend aktualisiert, wenn neue Anweisungen oder neues Material eintreffe, damit die Kameraden immer auf dem Laufenden seien. "Wenn man über die Taktik und neue Einsatzgrundsätze informiert ist, ergibt sich der Rest von alleine", sagt Metz.

Er gibt als aktuelles Beispiel Vorschriften des Landkreises zum Vorgehen bei (drohenden) Wald- und Vegetationsbränden an. "Die Gefahr wird gerade als sehr hoch eingestuft und da gibt es einige Dinge, die man beachten muss", sagt er. Dies betreffe neben Schwierigkeiten bei der Wasserversorgung vor allem die Beobachtung der Windrichtung.

Zudem erfordere natürlich auch die Corona-Pandemie besondere Vorsichtsmaßnahmen beim Einsatz. "Wenn man an der Einsatzstelle nicht direkt benötigt wird oder gerade nichts zu tun hat, ist man natürlich wie jeder andere Bürger dazu angehalten, Abstand zu halten", sagt er. Zudem würden sämtliche Geräte und Oberflächen, die vielleicht berührt worden sein könnten, nach jedem Einsatz desinfiziert, da man sich ja nicht darauf verlassen könne, dass das Fahrzeug nun lang genug stehe, bis die Viren abgestorben seien. "Theoretisch kann nach einer Stunde ja der nächste Einsatz anstehen", sagt Metz. "Und gerade wenn man schwitzt, fasst man sich vielleicht auch mal ins Gesicht." Angesichts der Bedeutung der Feuerwehr für die Infrastruktur einer Gemeinde müsse man besonders vorsichtig sein.

"Normalerweise haben wir jede Woche eine Übung oder einen technischen Dienst zur Wartung der Geräte und alle drei Wochen eine Pause", sagt Metz. Bis dies wieder möglich sei, solle die Cloud wenigstens als Lückenfüller dienen, um den Ausbildungsstand aufrecht zu erhalten. "Wir kontrollieren die Nutzung nicht, aber jedem sollte klar sein, dass er da mal reingucken sollte", sagt er. "Wir appellieren da jetzt so ein bisschen an die Selbstkontrolle."

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