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Flottes Finale: Der Jubiläumschor "Regenbogen" überrascht Publikum und Chorleiter mit einer Tanzchoreografie.

Kunterbunte Überraschung

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Rabenau (vh). Rund 300 Zuhörer kamen am Samstagabend zum Jubiläumskonzert des Chors Regenbogen in die Lumdatalhalle in Londorf. Seit 25 Jahren leitet Arndt Roswag das Ensemble mit ungebrochener Motivation und nicht nachlassendem Schwung. Als Moderator hatte man Martin Gärtner gewonnen. Der schon mal als Tausendsassa bezeichnete Künstler gründete den Kinder- und Jugendchor des Stadttheaters Gießen und doziert am Musikwissenschaftlichen Institut der Justus-Liebig-Universität. "Moderieren" ist eine vergleichsweise ungenaue Umschreibung - Gärtner gab quasi in das eigentliche Ansagen integrierte Kostproben der eigenen Sanges- und Kabarettkunst. Diesen Träger des Gießener Theaterpreises 2017 zu holen, war sicher ein Geniestreich des Veranstalters. Wie beim Chorjubiläum üblich, gab es auch diesmal musikalische Beiträge mit dem Gastgeber und befreundeten Chören. Gemäß dem hohen Qualitätsanspruch von Roswag und seiner Truppe sangen auch die Gäste nicht minder hinreißend. Der Regenbogenchor aus der Rabenau gefiel etwa durch "Lollipop" (das Lied mit dem amüsanten Plopp) und "Muss i denn". Der Regenbogenchor Bad Nauheim gab sich quirlig mit "Don’t stop me now" (Queen).

Ruhebank für Arndt Roswag

Die Stangenrodkehlchen" brachten "Just give me a reason" in einem locker-flockigen Rhythmus. Der Chor Last 5 Minutes (Lich) beeindruckte mit "Mamaliye", einem afrikanischen Lied. Im dreieinhalb-Stunden-Programm war auch Platz für viele Nettigkeiten. Arndt Roswag, als Haupterwerbslandwirt und Leiter vieler Chöre stets ruhelos, erhielt eine Ruhebank geschenkt. Chormitglied Stephan Michel (Tenor) hatte das kompakte Sitzmöbel aus Treiser Eiche gezimmert. Auf der Rückenlehne war "My Way" eingebrannt. Ein Stoffkissen mit dem Aufdruck "Arndt’s Pausensitz" soll diesen einladen, seine wenigen Ruhemomente zu genießen. Nach der Zugabe, dem von allen Chören gesungenen Jubiläumslied nach der Melodie von "Ein Lied kann eine Brücke sein" (Joy Fleming), übergab Gärtner dem Dirigenten ein Kuvert. Roswag öffnete es, holte einen Faltbogen heraus und klappte die Hamburger Elbphilharmonie nebst Eintrittskarte auf. Den musikalischen Endspurt legte der Jubiläumschor als flotte Tanzchoreografie hin - Roswag wurde damit überrascht, hatte ergo vorher nicht mit geübt und musste sich aus dem Stegreif einfügen.

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