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Beengt sind die Verhältnisse im Feuerwehrgerätehaus in Geilshausen. So hat etwa die Doppelgarage zwar ein neues Tor erhalten, doch die Abstände der beiden Fahrzeuge zueinander sind zu gering. Selbst im Falle eines Umbaus müsste ein neuer Anbau her.

Kommt der Bürgerentscheid?

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Rabenau (vh). Die schier unendliche Geschichte um das Feuerwehrgerätehaus in Geilshausen hat eine Fortsetzung erhalten. Schauplatz waren die Nebenräume der Gaststätte Zum Lumdatal. Die Ausschussvorsitzenden Ottmar Lich (Finanzen) und Egon Kellermann (Bauen) begrüßten die Mitglieder. Im Publikum saßen Kameraden der betroffenen Feuerwehren, Gemeindebrandinspektor Markus Göbel und Kreisbrandinspektor Mario Binsch.

Bürgermeister Florian Langecker sagte, die Beratung über die Varianten Neubau oder Umbau habe eine Zeitlang geruht. Zwischenzeitlich seien der neue Bedarfsplan für die Feuerwehr Rabenau sowie eine Kostenkalkulation beider Bauvarianten ausgearbeitet worden. Beides liege nun vor.

Den neuen Bedarfsplan hat die Gesellschaft Feuerwehr-Beratung Lang (Jülich/NRW) aufgestellt. Das Gerätehaus in Geilshausen ist nur ein Bestandteil dieses Plans. Die Firma Lang hat den Ist-Zustand des Gerätehauses nebst dem Außengelände besichtigt und mit den heutigen Anforderungen des Technischen Prüfdienstes Hessen sowie der Unfallkasse Hessen abgeglichen.

Im Ergebnis steht zu lesen, dass ein Um- und Anbau die jetzige Situation wesentlich verbessern würde, aber nicht alle gesetzlichen Vorgaben erfüllen könnte. Ottmar Lich schlug vor, die Ausschüsse sollten einen Grundsatzbeschluss fassen. Darin würde man dem Gemeindeparlament den Neubau eines Gerätehauses für den künftigen Schutzbereich Rabenau-Süd empfehlen. Standort wäre das Grundstück an der Ecke Grünberger Straße/Steinesweg.

Über Einzelheiten bei der Planung werde man beraten, so Lich. Beide Ausschüsse stimmten mehrheitlich zu (je fünf Jastimmen und zwei Neinstimmen). Am 28. Juni entscheidet das Gemeindeparlament. Die Gießener Planungsgesellschaft Schmitt und Kollegen hatte den Kostenvergleich für Umbau und Neubau ermittelt. Ein Um- und Anbau würde demnach 735 000 Euro kosten.

Kostenschätzungen liegen vor

Bürgermeister Langecker ergänzte um die (unbekannten) Kosten für Containermiete (Unterkunft für die Einsatzkräfte während der Bauzeit) und die Neuanlage des Spielplatzes (das Spielplatzgelände neben dem Gerätehaus würde vereinnahmt). Schließlich käme wohl eine Million Euro zusammen. Der Um- und Altbau wird durch das Land Hessen nicht gefördert.

Schmitt und Kollegen haben den Neubau am Steinesweg mit 1,6 Millionen Euro kalkuliert. Abzuziehen wären 165 000 Euro Fördergeld des Landes Hessen für einen Neubau sowie 30 000 Euro Fördergeld aus der Interkommunalen Zusammenarbeit (auch Landesmittel) für die Zusammenlegung zweier Feuerwehr-Standorte (Geilshausen und Odenhausen). Hinzu kämen Kosten für den Grundstückserwerb. Lich erwähnte, ein Vergleich von Energetik- und Lebenszeitkosten müsse ebenso noch erwogen werden.

Die CDU-Fraktion hatte im August 2018 die erforderliche Stimmenzahl für ein Bürgerbegehren erreicht, Rabenaus Hauptamtsleiter dessen mutmaßliche Korrektheit bestätigt und der Hessische Städte- und Gemeindebund angedeutet, der nun ausstehende Bürgerentscheid sei wohl rechtmäßig. Auf der Sitzung des Gemeindeparlaments Ende August in Rüddingshausen wurde aber die Abstimmung über das Zulassen des Entscheids verschoben.

Der Bürgermeister äußerte seinerzeit zur Begründung, man könne nicht über Kosten abstimmen lassen, die nur gerüchteweise vorlägen. Nun liegt der Kostenvergleich vor, gleichwohl gibt es ein anderes Problem. Langecker bezweifelt, ob man Bürger über eine Bauvariante Umbau/Anbau abstimmen lassen könne, die vom Technischen Prüfdienst und der Unfallkasse als wiederum unzureichend eingestuft würde. Darüber werde möglicherweise das Verwaltungsgericht entscheiden müssen.

Die CDU-Fraktion hat ihre unveränderte Meinung zum Neubau am Steinesweg jedenfalls kundgetan. Jürgen Bender teilte den Ausschüssen mit, der Standort Steinesweg sei aus hydro-geologischer Sicht ungünstig. Vom Melmes aus entwässere sich das Gelände. Den von der Feuerwehr-Beratung Lang vorgelegten Zahlenstatistiken schenke er keinen Glauben. Beim Kostenvergleich fehle die Eigenleistung. Der Neubau sei nicht alternativlos. Mario Binsch deutete an, dass sein langjähriger Geduldsfaden jetzt brüchig werde.

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