Die Kindertagesstätte in Rüddingshausen (Foto) und die Kita Londorf werden seit Jahres- beginn durch den Kreisverband Marburg-Gießen des DRK betrieben. Ob beide an das DRK verkauft werden sollen, wird in den politischen Gremien Rabenaus noch entschieden. FOTO: VH
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Die Kindertagesstätte in Rüddingshausen (Foto) und die Kita Londorf werden seit Jahres- beginn durch den Kreisverband Marburg-Gießen des DRK betrieben. Ob beide an das DRK verkauft werden sollen, wird in den politischen Gremien Rabenaus noch entschieden. FOTO: VH

Kita-Verkauf weiterhin offen

  • vonVolker Heller
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Rabenau(vh). Die Entscheidung über den Verkauf der Rabenauer Gemeindekindergärten in Londorf und Rüddingshausen an den Kreisverband Marburg-Gießen des Deutschen Roten Kreuzes wurde erneut verschoben. Der Finanzausschuss der Gemeinde hat vorerst nur diskutiert, ob ein Gutachter beauftragt werden sollte, um den Verkehrswert beider Immobilien zu ermitteln. Einstimmig lehnte der Ausschuss dieses Vorhaben nun ab.

Zwei preislich identische Angebote hätten pro Kita jeweils bis zu 3500 Euro, zusammen also maximal 7000 Euro Kosten verursacht. Die deutliche Ablehnung eines Gutachters bedeutet aber keinesfalls eine Vorentscheidung gegen den Verkauf.

Wie Bürgermeister Florian Langecker erläuterte, sollte durch den Verkaufserlös unter anderem die für das laufende Jahr geplante Kanalsanierung in Londorf im Gemeindehaushalt abgedeckt werden. Die Kanalsanierung der höchsten Schadensklassen könne nicht länger verschoben werden, sei Pflichtaufgabe der Kommune. Würden die Kitas doch nicht verkauft, müsse Rabenau einen Kredit aufnehmen, ohne jedoch Neuschulden zu machen. Das bedeute unausweichlich die Erhöhung der Grundsteuer B um 40 Prozent. Damit würden 50 125 Euro gegenfinanziert, ein Hebepunkt ist in Rabenau 1253 Euro wert.

Die Entscheidung für oder gegen den Verkauf wird wohl auf der Sitzung des Parlaments am 8. Mai fallen.

Bernd Schladitz (SPD) schlug vor, es müsse nicht unbedingt der Verkehrswert durch einen Gutachter ermittelt werden. Es reiche aus, wenn das Ortsgericht den Buchwert feststelle. Der Grund- und Bodenwert bleibe ohnehin erhalten. Abschreibungs- und Unterhaltungskosten müsse die Gemeinde so oder so weiter tragen. Bezüglich des Unterhalts teilte der Bürgermeister mit, beide Kitas seien aktuell jedenfalls mängelfrei.

Rabenau erhielte beim Verkauf an das DRK ein vertraglich zugesichertes Rückkaufsrecht. Bärbel Schomber (SPD) fragte, ob das DRK sich auf die Ortsgerichts-Variante überhaupt einlasse. Rabenaus Finanzberater Karl-Heinz Weicker sagte, das Rote Kreuz bräuchte für die Refinanzierung jedenfalls einen gesicherten Kaufpreis.

Gottfried Schneider (FW) frate: "Wollen wir denn überhaupt verkaufen?" Ausschuss-vorsitzender Ottmar Lich (FW) stellte fest, im Falle des Rückkaufs fielen Kosten an: Grunderwerbssteuer, Notarkosten und der Eintrag beim Verwaltungsgericht.

Miete zahlen?

Ida Becker (FW) gab zu bedenken, dass, falls Rabenau nach wenigen Jahren gezwungen sei, die Kitas zurückzu- kaufen, man fortan Miete an das DRK zahlen müsse. Karl-Heinz Till (Grüne) gab zu, es sei schon "ein komischer Gedanke", wenn Rabenau für einen Kredit anstatt zur Bank diesmal zum DRK gehe.

Der nächste Schritt in Sachen Kitas: Anfrage beim DRK, ob das Ortsgericht den Buchwert ermitteln solle. Im Falle einer Zusage wird das Orts- gericht damit beauftragt.

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