Kita besser nach Geilshausen?

  • vonred Redaktion
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Rabenau(pm). Dass die Umwidmung des Londorfer Bürgersaals zur Kindertagesstätte ein emotionales Thema ist, merkt man daran, dass das Thema innerhalb der Bürgerliste intensiv diskutiert wird. Dabei haben einige Bürger den Kontakt zu "Bürger für Rabenau" gesucht, "um ihre Bedenken zu äußern und um Unterstützung zu bitten", teilte deren Vorsitzender Christoph Nachtigall mit.

Bürgerhäuser sollen den Menschen einen Ort zu geben, an dem sie sich treffen und feiern können. Sie bieten Vereinen und Ehrenamtlichen einen Treffpunkt. "Einige Menschen in der Rabenau haben zurzeit Angst, dass sie diesen Ort weggenommen bekommen", erklärt Nachtigall. Auch wenn der Raum aktuell wegen Corona nicht zur Verfügung stehe, werde diese Zeit irgendwann vorbei sein. "Es besteht die Gefahr, dass sofern es für die Menschen keinen Ort für einen Treffpunkt mehr gibt, die Gemeinschaft im Ort darunter leidet", so der Vorsitzende.

Für einen Neubau in Höhe von gut vier Millionen Euro fehle der Kommune das Geld; der Umbau des Bürgersaals wird aktuell mit rund 600 000 Euro kalkuliert. Für die Entwicklung des Bürgersaals zu einer Kindertagesstätte durch ein Ingenieurbüro hat das Gemeindeparlament einen Betrag in Höhe von 25 000 Euro freigegeben.

"Aufgrund unser schwachen Finanzsituation kommt für mich kein Neubau in Frage, solange Land und Kreis uns nicht in erheblichem Maße finanziell unterstützen", sagt der stellvertretende Vorsitzende Matthias Bender. Der Bund verpflichte Städte und Gemeinden, ausreichend Kita-Plätze zur Verfügung zu stellen, "aber unterstützt nicht im benötigten Maße", kritisiert die Bürgerliste.

Finanzielle Herausforderung

Deren Vertreter fürchten, dass das Parlament die Entscheidung für eine Lösung trifft, die nur kurzfristig hilft, und in zwei oder drei Jahren dann doch ein Neubau nötig wird. Deshalb fordern sie ein langfristiges Konzept.

In Londorf werde aktuell kreisweit die größte Kindertagesstätte betrieben. Der Bürgersaal ist nur wenige Hundert Meter von diesem Kita-Gebäude entfernt, dennoch werde für eine weitere Einrichtung eigenes Personal und eine Kita-Leitung benötigt. Nachtigall schlägt deshalb vor, sich für die neue Kita nach Geilshausen zu orientieren. Dafür spreche das Neubaugebiet im Dorf. Zudem werde über ein Baugebiet in Odenhausen gesprochen, auch von dort sei der Weg nach Geilshausen kürzer. "Da werden immer mehr Familien sesshaft, daher gehört die Kita für mich eher in diese Richtung", erklärt der Vorsitzende.

Welche Vorgaben für den Betrieb einer Kita zu erfüllen sind, regelt der Landkreis. Für 30 Kita-Plätze ist aktuell dringender Handlungsbedarf. "Da das Thema Kindertagesstätten Rabenau vor eine große Herausforderung stellt", sollten sich Gemeinde und Kreis an einen Tisch setzen, um eine Übergangslösung zu finden, "die finanziell keine so großen Auswirkungen hat". Problematisch für die Kommune seien zudem aufgrund der finanziellen Situation die laufenden Kosten.

Die Mitglieder der Bürgerliste appellieren an das Gemeindeparlament, eine Lösung zu finden, "die langfristig ist, zum aktuellen Weiterentwicklungskonzept der Gemeinde mit Geilshausen passt und den Haushalt nur einmal belastet", so Nachtigall.

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