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Der "Kirchenstumpf", ein Basaltbrocken umgeben von alten Linden, markiert den vormaligen Weiler Antreff südöstlich von Allertshausen. (Archivfoto: vh)

Heerstraße aus Zeit Karls des Großen

Heimatforscher auf Suche nach altem Grenzstein

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Rabenau (vh). Während eine Arbeitsgemeinschaft in Allertshausen die 800-Jahr-Feier für 2020 vorbereitet, sind Hans Keil und Gottfried Schneider pausenlos am Erforschen der tiefen Vergangenheit. Ihr neuester Coup: Sie fanden heraus, dass Karl der Große wohl im Verlauf der sogenannten Sachsenkriege (772 bis 804) zwei Heerstraßen bauen ließ, um mutmaßlich Nachschubwege zwischen Grünberg und Marburg abzusichern.

Eine der Routen führte demnach über das Gebiet des heutigen Allertshausen. Eine der Heerstraßen kam von Nidda her, führte via Grünberg und Reinhardshain am Kirchenstumpf vorbei, durch Allertshausen und weiter nach Winnen. Der Kirchenstumpf mit seinen alten Linden liegt südöstlich von Allertshausen am asphaltierten Feldweg nach Geilshausen. Hier soll vormals der Weiler Antreff gelegen haben. Der Überlieferung nach wurde diese Heerstraße "Selzerweg" genannt.

Die zweite Straßenverlauf kam aus dem Busecker Tal über Climbach und Allendorf/Lumda nach Winnen. Im Volksmund wird die von Climbach ins Tal führende Straße (Bahnhofstraße) auf Allendorfer Gebiet seit jeher "Heerstraße" genannt. Beide Heerstraßen trafen oberhalb von Winnen am Marburger Weg aufeinander.

An dieser Stelle haben Keil und Schneider einen alten Grenzstein vermutet, diesen aber trotz Absuchens der Umgebung nicht gefunden. Die vereinigte Heerstraße nahm ihren weiteren Verlauf durch den "Kalten Stall" über Ebsdorf bis Marburg.

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