keh_Rabenau2_030321_4c
+
Die Grünen fürchten, dass Rabenau trotz aller Einsparungen und Verzicht auf freiwillige Ausgaben den gemeindlichen Haushalt nicht mehr ausgleichen kann.

Grüne für breiten Gemeindebund

  • vonRedaktion
    schließen

Rabenau (pm). In einer digitalen Versammlung haben die Vertreter von Bündnis 90/die Grünen Rabenau ihr Programm für die Kommunalwahl verabschiedet und dabei zu den kommunalpolitisch relevanten Aufgaben Stellung bezogen. Zentrales und auch gleichzeitig schwierigstes Thema ist dabei die Finanzsituation der Gemeinde.

Nach Ansicht der Grünen ist es, trotz aller Einsparungen und der Streichung fast aller freiwilligen Ausgaben, mittel- und langfristig nicht mehr möglich, einen ausgeglichenen Haushalt aufzustellen. Der Verkauf gemeindlicher Liegenschaften stellt für die Grünen keine Lösung dar, da die grundlegenden finanziellen Probleme nur um wenige Jahre aufgeschoben würden.

Nach wie vor belastet der Unterhalt der Dorfgemeinschaftshäuser den kommunalen Haushalt. Gemeinsam mit den Dorfgemeinschaften und Vereinen müsse ein Konzept erstellt werden, wie der Erhalt dieser Häuser langfristig gesichert werden kann.

Ein weiterer zentraler Punkt ist die Weiterentwicklung der interkommunalen Zusammenarbeit. Eine engere Zusammenarbeit allein mit Allendorf/Lumda werde auf lange Sicht keine Lösung sein, da beide Kommunen gemeinsam immer noch eine der kleinsten Kommunen im Landkreis wären. Einzig in einem breiteren Gemeindeverbund sehen die Grünen eine zukunftsfähige Entwicklungsperspektive.

Ein schwieriges Thema sei die Ausweisung neuer Bau- und Gewerbegebiete. Der Flächenverbrauch sei endlich und es komme zu einer immer weiter voranschreitenden Zerstörung wertvoller Ackerflächen. Dem stehe der Wunsch gegenüber, vermehrt jungen Familien den Zuzug nach Rabenau zu ermöglichen sowie dem regionalen Gewerbe eine Ansiedlungsmöglichkeit zu bieten.

Die Grünen wollen die Binnenentwicklung forcieren, wo dies möglich ist, und vor der weiteren Ausweisung von Neubaugebieten Baulücken schließen. Über die Bauleitplanung müsse eine nachhaltige und ökologische Bauweise und Freiflächenplanung sichergestellt werden.

Vorbehaltlos für Lumdatalbahn

Die »katastrophale Situation in unserem Wald« führe vor Augen, wie wichtig der Klimaschutz sein muss. Die energetische Sanierung der gemeindeeigenen Immobilien, die Umrüstung des gemeindlichen Fuhrparks auf E- bzw. Wasserstofffahrzeuge, die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED können ein Anfang für das Ziel »Rabenau klimaneutral« sein. Ein wichtiger Bestandteil bei der Erreichung der Klimaziele sei eine Veränderung im Personennahverkehr. Die Grünen stehen deshalb »vorbehaltlos für eine Reaktivierung der Lumdatalbahn«, die Aufstellung von Mitnahmebänken als Verbesserung des Nahverkehrs in der Gemeinde selbst und dem Ausbau der Radwege. Die Anbindung der Ortsteile Rüddingshausen und Allertshausen an den Lumda-Wieseck Radweg in den nächsten Jahren ist für die Grünen zwingend notwendig.

Die Grünen kündigen an, für die Stelle eines Jugendpädagogen die nötigen Mittel im Haushalt zu beantragen. Zudem wollen sie versuchen, Senioren »noch besser in das Gemeindeleben einzubinden«, der Seniorenbeirat müsse gestärkt werden. Die Partei will zudem weiter am Projekt »Demokratie fördern, Vielfalt gestalten, Extremismus vorbeugen« teilnehmen.

Daneben setzen sich die Grünen für einen offenen Gedankenaustausch zu Zukunftsthemen der Rabenau ein. Ziel müsse es sein, unter Beteiligung aller interessierten Bürger, Vereine und Gruppen ein Leitbild für die Rabenau zu entwerfen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare