Gleich drei Jugendbeauftragte

  • VonVolker Heller
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Rabenau (vh). Frischer Wind im Rabenauer Gemeindeparlament: War zuletzt eine Art Stillstand und Trübsalblasen zu verspüren, so sind nach der Kommunalwahl eine Vielzahl Neulinge aktiv. Eine Konferenzanlage wurde besorgt, so dass Zuhörer in der geräumigen Lumdatalhalle den Sitzungsverlauf akustisch gut verstehen können. Zuhörer, früher Ausnahmeerscheinung, kommen nun regelmäßig.

Auf der jüngsten Sitzung am Freitagabend gab es eine Flut von Prüf- und Berichtsanträgen der Freien Wähler und Bürger für Rabenau. Galt ein Jugendbeauftragter vor der Kommunalwahl als überflüssig, gibt es ab sofort drei gleichberechtigte Personen. Pamela Becker (BfRab) hat bereits Ausschuss-Erfahrung, Jan Benedikt Hausner (BfRab) ist ein neues Gesicht und Bob Falk Thiel ist Mitglied der CDU, aber ohne Mandat.

Christoph Nachtigall (BfRab) führte aus, junge Menschen würden bisher nicht ausreichend berücksichtigt. Das solle sich ändern. Christoph Dietz (CDU) verwies auf Thiels Mitarbeit im Parteivorstand, auch wenn er dem Parlament nicht angehöre. Lisa Langwasser (SPD) fand es erfreulich, dass gleich mehrere Personen das Amt ausüben wollten. Karl-Heinz Till (Grüne) dankte Hausner für die Übernahme von Verantwortung trotz fehlender Politikpraxis.

Demokratie-Schilder

Einstimmig beschloss man den Beitritt zur Initiative »Jugendgerechte Städte und Gemeinden« des Landkreises Gießen zum frühestmöglichen Zeitpunkt. Das hängt an derzeit fehlenden Haushaltsmitteln und wird sich wohl bis nächstes Jahr verzögern.

Das Wort »Gemeindepädagoge« war lange verpönt, spätestens nach Aufkündigung des Vertrags mit der evangelischen Kirche Londorf. Jetzt stellte der Kümmerer für Gemeinwesen, Lucas Richter, seine Aufgabenfelder vor und betonte, »es wäre sehr wichtig, wenn wieder ein Jugendpfleger hier wäre«. Er selber könne Vernetzung und Fördergeld vermitteln, wie kürzlich für die »Powergarage« und den Dirtpark (die zahlreichen Erdhügel oberhalb des Londorfer Festplatzes sind übrigens so gut wie fertig).

Ein Antrag der Grünen lief darauf hinaus, die Gemeinde möge ein Konzept erstellen für die Kinder- und Jugendbetreuung und im Haushalt eine halbe Stelle für einen Pädagogen einstellen. Ein ähnlicher Antrag der BfRab betraf das Konzept sowie den Versuch, die Stelle interkommunal zu organisieren. Till meinte, man könne aus den zwei Anträgen einen machen. Letztlich gab es 18 Jastimmen (zwei Neinstimmen, drei Enthaltungen).

Christoph Nachtigall (BfRab) erläuterte, Rabenau sei die einzige Kommune, die an einem Schilderprojekt nicht teilnehme. Es handele sich um zwölf Schilder mit der Aufschrift »Rabenau - Ort der Vielfalt, Toleranz und Demokratie im Lumdatal«. Die Schilder würden bezahlt vom Projekt »Dabeisein in den Lahntälern« und seien »durchaus notwendig«. Die CDU-Fraktion fand Schilder überflüssig. Christoph Dietz meinte, der Bauhof verplempere damit Arbeitszeit. Tina Reinhardt sagte, »Schilder machen nichts. Redet mit den Leuten, die gegen Demokratie sind«.

Florian Schnecker (FW) beschwichtigte. Das Schild habe Symbolcharakter, sei der erste Schritt zu einem Gespräch. Karl-Heinz Till (Grüne) erinnerte, seine Fraktion habe dies schon 2019 beantragt. Ein Schild helfe, das Thema in die Öffentlichkeit zu tragen. Mit 17 Jastimmen (sechs Neinstimmen) beschloss die Gemeindevertretung das Aufstellen der Demokratie-Schilder.

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