Ungewiss bleibt die Zukunft des Rabenauer Gemeindewaldes. Restbestände an Fichtenaltholz (hier bei Rüddingshausen) fallen dem Wind oder Borkenkäfer zum Opfer. FOTO: VH
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Ungewiss bleibt die Zukunft des Rabenauer Gemeindewaldes. Restbestände an Fichtenaltholz (hier bei Rüddingshausen) fallen dem Wind oder Borkenkäfer zum Opfer. FOTO: VH

Gemeindewald wird nicht verkauft

  • vonVolker Heller
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Rabenau(vh). Der Rabenauer Gemeindehaushalt 2021 ist in trockenen Tüchern. Im Parlament wurde noch einmal ausgiebig diskutiert und über fünf Ergänzungsanträge der Freien Wähler (FW) gesondert abgestimmt. FW, SPD und Grüne winkten den Haushalt sodann durch, die CDU lehnte ihn ab. Schließlich verkündete Beigeordneter Walter Scheerer nach 48 Jahren aktiver Politik für die Freien Wähler seinen Rücktritt aus der Fraktion (siehe nebenstehenden Bericht). Die von ihm formulierte Begründung für diesen Schritt, ein Hinweis im Haushalt zum Verkauf von Wald, war jedoch im Verlauf der Sitzung hinfällig geworden.

Als einzige Fraktion ergänzten die FW den Haushaltsentwurf des Gemeindevorstands um Anträge: 30 000 Euro für die Sanierung von Gemeindestraßen einstellen, konkret für die Straße "Zum Alten Born" (Rüddingshausen) und einen Teil der Gartenstraße (Londorf), keinerlei Gemeindewald verkaufen, Miete für die Kindertagesstätten überprüfen, Gewerbesteuer nicht erhöhen, Mittel für den Feldwegebau einstellen. Diese Änderungsanträge wurden mit elf Jastimmen angenommen, bei sechs Neinstimmen und drei Enthaltungen.

Gottfried Schneider (FW) äußerte sich zum Wald: "Das kann doch nicht sein, in welchem Ortsteil denn?" Es sollten doch Flächen stillgelegt werden, um Ökopunkte zu kassieren. "Sollte Wald zu verkaufen sein, beantrage ich namentliche Abstimmung". Selbst das alte Allertshäuser Rathaus stehe gerüchtehalber zum Verkauf. Schneider: "Das ist ein Unding. Verkauft doch die Verwaltung". Karl-Heinz Till (Grüne) klärte auf, das mit dem Waldverkauf sei missverständlich. Verschiedene Parzellen ragten ungünstig in den nachbarlichen Privatwald hinein, so dass ein Flächentausch sinnvoll erscheine.

Ottmar Lich (FW) schlug vor, dass jene Haushaltsstelle über 100 000 Euro Erlös, umformuliert werde. Statt Wald sollte dort "für unbebaute Grundstücke" stehen. Das wurde mehrheitlich abgelehnt, andererseits ein Sperrvermerk über die Summe mehrheitlich befürwortet. Bürgermeister Florian Langecker sagte: "Das Rathaus in Allertshausen will niemand verkaufen". Man könne es dem Heimatverein vielleicht in Erbpacht überlassen. Dann könne der Verein Zuschüsse beantragen.

Mit Waldflächen, die still gelegt werden könnten, solle man durchaus so verfahren, meinte Langecker. Ansonsten heiße es, abwarten und weiter beobachten. Jedenfalls sei ein jährliches Defizit im Waldhaushalt von über 80 000 Euro dauerhaft nicht hinnehmbar. Bezüglich der beiden Straßen müssten die Abwasserkanäle in offener Bauweise saniert werden und die Wasserleitungen seien über 100 Jahre alt. Zusammen mit der Gartenstraße wäre auch die Jahnstraße an der Reihe. Abgerechnet würde über die wiederkehrenden Straßenbeiträge. Für die Sanierung der Gemeindestraßen werde ein Bauprogramm aufgestellt.

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