Geduldsprobe für Karpfen & Co.

  • schließen

Ein Dreivierteljahr, insgesamt über 400 Stunden, haben die Angelsportfreunde Allertshausen geschuftet. Haben ungezählte Bruchsteine geschleppt, den Spezialmörtel angesetzt, um die Begrenzungsmauer wieder dicht zu bekommen. Und haben, ach, auch den Schlamm am Teichgrund ausgebaggert und entsorgt.

Ein Dreivierteljahr, insgesamt über 400 Stunden, haben die Angelsportfreunde Allertshausen geschuftet. Haben ungezählte Bruchsteine geschleppt, den Spezialmörtel angesetzt, um die Begrenzungsmauer wieder dicht zu bekommen. Und haben, ach, auch den Schlamm am Teichgrund ausgebaggert und entsorgt.

All das für das große Ziel: Rechtzeitig mit der Sanierung des idyllischen Gewässers am Ortsrand fertig werden, auf dass das traditionelle Teichfest am ersten Augustwochenende steigen kann.

Teichfest oder Strandparty?

Die Allertshäuser haben es tatsächlich geschafft. "Noch ein, zwei Tage Arbeit an der Uferbefestigung, dann ist alles erledigt", versichert ASV-Vorsitzender Egon Kellermann. Der kann sich auch in seiner Funktion als Ortsvorsteher über die aufgefrischte Attraktion von "Klein-Marburg", wie das Dorf auch genannt wird, freuen. Einziger Wermutstropfen: Zu lange schon währt die Trockenperiode, der Weiher führt kaum Wasser. Da ein "Himmelsteich", wird er allein durch Niederschläge beziehungsweise Feldwasser gespeist. "Wenn es so bleibt", sagt Kellermann, "dann feiern wir halt eine Strandparty." Am 3./4. August lädt der Verein in jedem Fall zum Teichfest, ob sich die Lichterketten auf der Wasseroberfläche spiegeln oder nicht. Sicher aber ist, dass es am Sonntag erstmals Live-Auftritte "unentdeckter Talente" geben wird.

Den Helfern dürfte der niedrige Wasserstand wohl kaum die Laune vermiesen. Vor 20 Jahren waren einige von ihnen schon einmal Teil der Sanierer-Brigade gewesen: Im Vergleich dazu, so Kellermann, verlief die Arbeit diesmal "etwas schleppend". Was er mit der geringeren Helferzahl, aber auch mit den strengeren Behördenauflagen zur Schlammentsorgung erklärt. Auf rund 20 000 Euro beziffert der Vorsitzende die Maßnahme, auf 7000 bis 8000 Euro die Investition des Vereins. Teurer wäre es geworden, hätte nicht ein Privatmann die Bruchsteine zur Uferbefestigung gespendet. Etwa 95 Prozent des Wassersaums sind so vor Erosion geschützt. Dass die Gemeinde die Maschinen gestellt hat, vergisst Kellermann nicht. Seit dem Ablassen des Teichs im Herbst schwimmen Karpfen, Schleie, Hecht und wohl auch das eine oder andere Moderlieschen in einem Ausweichquartier im Wald. Ob und wann sie wieder in ihren Dorfteich umziehen können, ist noch offen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare