Potenzielle touristische Attraktionen (hier das "Rentmeisterhaus" in Allendorf) sollen durch die Kooperation der Nordkreis-Kommunen mehr zum Tragen kommen. FOTO: VH
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Potenzielle touristische Attraktionen (hier das "Rentmeisterhaus" in Allendorf) sollen durch die Kooperation der Nordkreis-Kommunen mehr zum Tragen kommen. FOTO: VH

EU fördert das Gießener Land

  • vonVolker Heller
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Rabenau/Allendorf/Staufenberg/Lollar/Buseck/Reiskirchen(vh). Für drei Projekte im Gießener Land sind nun bei einem Treffen in Allendorf die Bewilligungsbescheide für Fördermittel übergeben worden. Einer davon betrifft den Ort der Veranstaltung selbst: Die Remise des Allendorfer Heimatmuseums in der Kirchstraße wird demnächst energetisch ertüchtigt und allgemein aufgehübscht. Hier entsteht ein Bürgertreff.

Den Bewilligungsbescheid dafür erhielt nun der Heimat- und Verkehrsverein Allendorf/Lumda. Die Allendorfer Stadträtin Petra Sommerlad sprach in Vertretung des Bürgermeisters und nannte den Geldsegen "einen großen Tag für Allendorf, den Verein und posthum Walter Deissmann". Altbürgermeister Deissmann hatte die Museumsgebäude mit auf den Weg gebracht. 147 000 Euro wird die Maßnahme kosten, 80 000 Euro beträgt der Zuschuss.

Margot Schäfer, Abteilungsleiterin Ländlicher Raum beim Lahn-Dill-Kreis, hatte den Bescheid für die Vereinsvorsitzende Brundhilde Trenz mitgebracht. Der Zuschuss, hieß es, fließe aus dem Bundes-Förderprogramm GAK zur Stärkung des ländlichen Raums. Die Remise solle künftig ganzjährig genutzt werden können und für eine Mehrfachnutzung fit gemacht werden. Momentan sei das nur in den Sommermonaten möglich. Die energetische Sanierung beinhalte Tür, Fenster, Dämmung, Fußbodenheizung und Wärmepumpe. 67 000 Euro steuere der Verein bei. Laut Plan werde die Remise im September 2021 in neuem Glanz erstrahlen.

Pachtvertrag kürzlich verlängert

Trenz informierte über das 1978 eröffnete Heimatmuseum mit seinen Nebengebäuden (Remise und 50er-Jahre-Haus). Momentan könnten die Räume wegen der Corona-Krise nicht genutzt werden, der beliebte Mittagstisch in der Remise mit teils 40 Personen pausiere nun zwangsläufig. Die ganzjährige Mehrfachnutzung solle mehr Leben in die Altstadt bringen. Voraussetzung für das auch finanzielle Engagement des Vereins sei die kürzlich erfolgte Verlängerung des Pachtvertrags über die Nutzung der Museumsgebäude mit der Stadt auf 30 Jahre gewesen, sagte Trenz: "Jetzt wird ausgeräumt, dann die Sanierung zügig umgesetzt."

Ein weiteres Projekt soll sechs Kommunen zugutekommen: Der Teilraum Nord des Landkreises Gießen will näher zusammenrücken. Der noch zu gründende "Touristische Arbeitskreis Gießener Lahntäler" soll Lollar, Staufenberg, Allendorf (Lumda), Rabenau und Buseck sowie Reiskirchen kulturell und touristisch miteinander verzahnen. Das Vorhaben wird professionell durch einen Projektmanager für die Dauer von zwei Jahren (2021/2022) angestoßen. Aus dem EU-Programm LEADER fließen 87 500 Euro, das Land Hessen überweist 13 500 Euro, der Eigenanteil des Arbeitskreises beträgt 37 000 Euro. Schäfer übergab auch dafür die Bescheide.

Die Vollzeitstelle des Projektmanagers wird im Londorfer Rathaus eingerichtet. Wegen der höchsten Förderquote (75 Prozent) der sechs Kommunen hatte Rabenau den Antrag für die Zuschüsse gestellt. Bürgermeister Florian Langecker erhofft sich mehr wirtschaftliche Stärke, Zuzug und Lebensqualität. Schon nächste Woche seien Auswahlgespräche mit Bewerbern geplant. Außer dem einzustellenden "Kümmerer" brauche es auch ehrenamtlich Aktive. Neben Sommerlad (Allendorf) und Langecker (Rabenau) waren auch die Bürgermeister Peter Gefeller (Staufenberg) und Dirk Haas (Buseck) anwesend.

Ebenfalls über das LEADER-Programm (26 900 Euro) wird die Verbesserung der Wanderwege-Infrastruktur im Kreis Gießen gefördert. Das Land Hessen spendiert 2000 Euro. Bis Sommer 2021 soll ein Konzept erarbeitet werden. Laut Schäfer sollen durch den Deutschen Wanderverband zertifizierte Qualitätswege entstehen. Dr. Manfred Felske-Zech, beim Kreis Gießen für Wirtschaft und Tourismus zuständig, erhielt von Schäfer den Bescheid. Er betonte, was Wanderer heutzutage wünschten: für den Familienspaziergang taugliche, drei bis vier Kilometer kurze Rundwanderwege mit Beschilderung sowie Gastronomie in der Nähe. Selbst Investoren würden mittlerweile solche Kriterien mit einbeziehen.

Rabenaus Ehrenbürgermeister Kurt Hillgärtner sprach als Vorsitzender des Vereins Gießener Land. Um die Region nachhaltig zu gestalten, müsse das Vorgehen nach außen bekannt gemacht werden. Hillgärtner: "Hoffentlich macht die Kreispolitik nach zwei Jahren weiter."

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