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Wo Falke und Schleiereule ihre Kinderstube haben

  • Thomas Brückner
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Rabenau(tb). In Kürze wird eine kleine Tafel an der Außenwand des "Doms der Rabenau" über eine seltene Ehrung informieren: Naturschutzbund und Beratungsausschuss für das Glockenwesen haben der ev. Gemeinde Londorf die Auszeichnung "Lebensraum Kirchturm" verliehen. Als äußeres Zeichen des Dankes für "besonderes Engagement im Natur- und Artenschutz" überreichte gestern Hans-Erich Wissner, Ehrenvorsitzender des NABU-Kreisverbandes, die Tafel an Pfarrer Frank Leissler. Anerkennung findet hier vor allem der Schutz von Schleiereule und Turmfalke. Beiden wurde das "Obergeschoss" der Kirche mietfrei überlassen, beide haben dort ihre Kinderstube eingerichtet. Praktischerweise ist die Eule nachts, der Falke tags aktiv - ins Gehege kommt man sich also nicht.

"Lebensraum für bedrohte Arten zu schaffen, ist keine vorrangige Aufgabe einer Kirchengemeinde, dennoch kommen wir dem gerne nach", unterstrich Leissler. Wie er berichtete, hatte man bei der Renovierung des Gotteshauses vor rund 15 Jahren darauf geachtet, dass die Fluglöcher offen bleiben. "Seit drei, vier Jahren", so wieder Wissner, "geht der Bestand an Schleiereulen rapide zurück". Eine Ursache sei das Aufkommen des Uhus. Der schlägt nicht nur Eulen, sondern etwa auch Rotmilane. Auch Fledermäuse schauen im Kirchturm vorbei, nutzen den als Sommerstube. Was den Winterschlaf angeht, verwies Wissner auf den Hohen Stein in Nordeck oder den ehemaligen Durchlass der Kläranlage Londorf. Dort hängten sich das Große Mausohr als auch die Fransenfledermaus zur Ruhe.

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