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Da soll er hin, auch wenn er laut Submission teurer kommt: Am Geilshäuser Festplatz plant Rabenau den Bau eines viergruppigen Kindergartens.

Erwartbare Kostensteigerungen

  • Thomas Brückner
    VonThomas Brückner
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Rabenau (tb). Wie so manche Kreiskommune ist auch Rabenau damit konfrontiert: Recht stabile Geburtenzahlen, gepaart mit verbesserten Betreuungsstandards sorgen für einen Fehlbedarf an Kita-Plätzen. Um das Defizit von etwa drei Gruppen zu decken, hat sich die Politik - nach Abkehr von erwogenen Standorten »Melmes« und »Bürgersaal am Bahnhof« - für einen Neubau entschieden.

Am Festplatz Geilshausen, so der letztjährige Beschluss, wird eine Tagesstätte errichtet. Für vier Gruppen, sodass man über eine Reserve verfügt.

2,1 Millionen Euro hat die Gemeindevertretung dafür etatisiert; die Außenanlagen nicht eingerechnet. Da in Modulbauweise geplant, soll die neu Kita bereits im nächsten Sommer bezugsfertig sein. Die Ausschreibungen gingen rechtzeitig raus, gestern war der Submissionstermin.

Erfahrungen so mancher Kreiskommune zeigen: Der Bauboom und in jüngerer Zeit entstandene Materialengpässe torpedieren so manche Kostenkalkulation. Auch in Rabenau? Dass es die erwartbaren Kostensteigerungen gegeben habe, sich überdies ein, zwei Positionen ergeben hätten, die nicht absehbar gewesen seien, schickte Bürgermeister Florian Langecker auf GAZ-Anfrage voraus. Wesentlich aber dieser Satz: »Meiner Ansicht nach ist das Projekt nicht gefährdet.« Nichtsdestotrotz handele es sich hier um eine »politische Entscheidung«. Vor der Politik aber ist zunächst die Bauverwaltung am Zug. In den nächsten vier Wochen, so der Rathauschef, werde die Fachabteilung zunächst die Angebote der Firmen »auseinanderdröseln.« Erst dann dürfte Näheres zu den aktuellen Kosten auf den Tisch kommen.

Langecker betonte abschließend, die Gemeinde bleibe am Ball, um im Interesse der Eltern die notwendigen Betreuungsangebote zu schaffen. »Ich gehe davon aus, dass der Kindergarten im Sommer 2022 fertig ist - spätestens.«

Läuft alles nach Plan, wäre dann eine der größten und längsten »Baustellen« in Rabenaus Kommunalpolitik abgeräumt. Erinnert sei hier nur an einige wenige, monetär bedeutsame Etappen der jüngeren Vergangenheit: 2019 hatte die Gemeinde erwogen, ihre beiden Kitas in Londorf und Rüddingshausen ans DRK zu verkaufen, mit dem bereits die Übernahme des Betriebs vereinbart worden war. Erhoffter Erlös von 2,5 Millionen Euro sollte ein Beitrag zur Sanierung der prekären Gemeindefinanzen sein. Diese Hoffnung aber zerschlug sich, die Konditionen entsprachen nicht den Vorstellungen Rabenaus.

Seit dem 1. Januar 2020 ist der DRK-Kreisverband Betreiber, trägt den laufenden Unterhalt aller Kitas, während die Kommune für die Investitionen und die Deckung des Defizits zuständig ist. Doch auch dieses Modell spart: Das DRK etwa profitiert von der erhöhten Förderung des Landes für Freie Träger.

Nur kurz erinnert sei endlich an die (kostensparende) Überlegung, mit »Pflegenestern« - eine Art Tagesmütter-Modell - den (mittelfristigen) Fehlbedarf zu decken. Was aber nicht zum Tragen kam, da von den Eltern nicht gewünscht bzw. benötigt.

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