Mit einem Ortstermin am alten Gerätehaus der Feuerwehr Geilshausen beginnt der Informationsabend. FOTO: VH
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Mit einem Ortstermin am alten Gerätehaus der Feuerwehr Geilshausen beginnt der Informationsabend. FOTO: VH

Entscheidung Mitte Februar

  • vonVolker Heller
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Rabenau(vh). Am 16. Februar können die wahlberechtigten Rabenauer in einem Bürgerentscheid abstimmen, ob das Feuerwehrgerätehaus in Geilshausen umgebaut oder neu gebaut werden soll. Nachdem diese Woche ein Informationsflyer des Gemeindevorstands an die Haushalte verteilt wurde, gab es am Donnerstagabend nochmals Gelegenheit, sich in Geilshausen kundig zu machen. Zunächst vor Ort am Gerätehaus hinter dem Sportplatz. Rund 40 Zuhörer waren dabei.

Wie Wehrführer Viktor Wundersee erläuterte, sei die Fahrzeughalle in den 90er Jahren durch Eigenleistung entstanden. Der Technische Prüfdienst habe 2008, 2014 und 2019 erhebliche Mängel festgestellt. Mittlerweile sei ein wesentlicher Mangel, die Umkleide, als separater Raum von der Halle abgetrennt worden. Bürgermeister Florian Langecker sagte, dass die Initiatoren des Bürgerbegehrens im Herbst 2018 in Kenntnis damaliger Baukosten (Umbau 380 000 und Neubau 1,1 Millionen Euro), wohlweislich so gehandelt hätten. Diese Zahlen seien allerdings spekulativ gewesen und keinesfalls abgesichert.

100 000 Euro Unterschied

Ortsvorsteher Markus Titz erinnerte, er sei aufgrund des ständigen Hin und Her um das Gerätehaus schließlich als Gemeindevertreter zurückgetreten. Im Falle eines Umbaus würde das Gelände des Spielplatzes benötigt. Die Parkplätze vor dem Gerätehaus würden bei Fußballspielen oder Feiern oftmals von Gästen belegt. Einsatzkräfte, die hierher eilten, müssten sich einen Abstellplatz suchen. Es sei kein Feuerwehrhof zum Üben vorhanden. Die Neuanlage des Spielplatzes würde etwa 50 000 Euro kosten. Ein geeigneter Standort dafür sei noch nicht gefunden. Der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Sebastian Höhn gab bekannt, dass aufgrund von Personalmangel nicht mehr in jedem Ortsteil ein Gerätehaus benötigt werde. Zur Einhaltung der Hilfsfrist von zehn Minuten eigne sich der Standort für den Neubau besser.

Zur anschließenden Bürgerinformationsveranstaltung im Dorfgemeinschaftshaus waren rund 80 Zuhörer erschienen. Andreas Schneider vom Planungsbüro Schmitt und Kollegen (Gießen) erläuterte ausführlich die Zahlen für Umbau und Neubau. Der Umbau würde 1,6 Millionen Euro kosten. 211 200 Euro davon entfielen auf die Baumaßnahmen am Bestand. Das alte Gerätehaus würde entkernt werden, erhielte ein neues Dach. Neu gebaut in Richtung des Spielplatzes würde eine Fahrzeughalle mit drei Stellplätzen.

Bürgermeister Langecker erklärte auf Anfrage, auch der Umbau/Anbau würde haushalterisch als Neubau deklariert, um die 1,6 Millionen Euro abschreiben zu können. Sonst müsste die Gemeinde den Betrag auf einen Schlag zahlen. Der Neubau koste 1,7 Millionen Euro. Gesamtzuschüsse des Landes Hessen und desLandkreises betragen rund 200 000 Euro. Im Falle eine Umbaus würde für die Einsatzabteilung eine vorübergehende Containermiete etwa 130 000 Euro kosten.

Kreisbrandinspektor Mario Binsch erläuterte die gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen an Räume und technische Ausrüstung eines Gerätehauses. Auf eine Werkstatt würde verzichtet, die gebe es in Londorf. Jürgen Bender von der Bürgerinitiative gegen den Neubau kritisierte die vielen Vorschriften in Hessen und die relativ geringen Förderkosten. Weil nur förderfähige Bauteile berücksichtigt würden, seien es nicht 30 Prozent Förderung, sondern nur zehn Prozent. Binsch informierte, Hessen sei das einzige Bundesland, das die Schulungskosten für Feuerwehrleute (Verdienstausfall) übernehme. Die Fördergelder für Gerätehäuser seien deshalb etwas geringer.

Die Veranstaltung verlief überwiegend sachlich. Sehr laut wurde es, als das Dauerthema eines einzigen Gerätehauses für Rabenau (Ausnahme: Rüddingshausen) aufkam. Aufgrund der Einhaltung der Hilfsfrist von zehn Minuten für den ersten Trupp an einem Brand gibt es diesen Standort nicht. Weil die Feuerwehr Rabenau-Mitte (Londorf und Kesselbach) keine ausreichende Personalstärke für die Tagesalarmierung aufbringt, würde der Standort des Neubaus (gegenüber der Tankstelle) Abhilfe schaffen.

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