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Das Rabenauer Parlament diskutierte, ob der finanzielle Ertrag aus dem Windpark auf dem Noll für den Waldwirtschaftsplan verwendet werden könnte.

Einstimmig für interkommunale Zusammenarbeit

  • VonVolker Heller
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Rabenau (vh). Die Gemeindevertretung hat einstimmig ihre Beteiligung am Feuerwehrtechnischen Zentrum (FTZ) des Landkreises Gießen beschlossen. Dieses vereint den Service von Fahrzeugen und Geräten aller Feuerwehren und ist Bestandteil des Gefahrenabwehrzentrums von Stadt und Landkreis Gießen.

Momentan entsteht dieser Komplex auf dem Gelände des früheren US-Depots in Rödgen. Die Zustimmung des Parlaments ermächtigt den Rabenauer Gemeindevorstand zur Vertragsunterzeichnung über die interkommunale Zusammenarbeit mit dem FTZ.

Einstimmiger Beschluss über die Stilllegung von verschiedenen Waldgebieten in Gemarkungsteilen von Londorf, Kesselbach, Allertshausen und Odenhausen: Diese Flächen mit einer Gesamtgröße von knapp 14 Hektar sind forstwirtschaftlich uninteressant (Grenzertragsflächen), aber für den Naturschutz umso wichtiger. Die Gemeinde erhält dafür 761 590 Ökopunkte. Das ergibt bei 51 Cent pro Ökopunkt, dem aktuellen Wert, einen Betrag von rund 390 000 Euro. Rabenau kann die Ökopunkte als Ausgleich für eigene Bauvorhaben einsetzen oder sie an Kommunen verkaufen.

Die erste Gelegenheit dazu ergibt sich umgehend. Rabenau ist beteiligt am künftigen interkommunalen Gewerbegebiet an der A 5. Die Stadt Grünberg stellt die Fläche zur Verfügung und benötigt ausgleichende Ökopunkte, die nun Rabenau beisteuert. Bürgermeister Florian Langecker machte nochmal deutlich, »diese werden Grünberg gegen Entgelt zur Verfügung gestellt«.

Christoph Nachtigall (BfR) schlug vor, den Verkaufswert in eine Waldrücklage zu investieren. Der Waldwirtschaftsplan 2022 hat nämlich knapp 50 000 Euro Unterdeckung. Kommende Wirtschaftsjahre werden nicht besser sein.

Zustimmung für diesen Verwendungszweck kam von der CDU, sodass Lisa Langwasser (SPD) einen gemeinsamen Antrag der Fraktionen vorschlug, den Gewinn aus Ökopunkten für eine Waldrücklage zu verwenden. Langwasser: »Nicht, dass das Geld irgendwo im nächsten Gemeindehaushalt verschwindet«.

Dr. Roland Baetzel (SPD) meinte, es sei sinnvoll, sich auf eine Prozentzahl zu einigen, wie hoch der anteilige Betrag vom Verkauf der Ökopunkte für die Waldrücklage sein sollte. Christoph Dietz (CDU) sah das genau so.

Zustimmung für Waldwirtschaftsplan

Im Jahr 2023 steht in Rabenau die Waldinventur an, genannt Forsteinrichtung. Nachtigall meinte, das betreffe dann wieder nur die nächsten zehn Jahre. Ihm fehle »immer noch der Zukunftsplan«.

Aus der Schublade geholt werden soll der noch von Förster Peter Krautzberger aufgestellte Plan für Tauschgebiete mit Reviernachbarn, eine Art Flurbereinigung. Der Windpark auf dem Noll steht im Gemeindewald. Vom Bauchgefühl her könne man doch seine Erträge für die Waldwirtschaft nutzen, meinte Nachtigall.

Langecker informierte, der Betreiber zahle rund 120 000 Euro Jahrespacht dafür. Baetzel: »Das sollte man nicht vermischen. Windräder sind kein Waldwirtschaftsposten«.

Karl-Heinz Till (Grüne) gab zu bedenken, die Pachteinnahmen aus dem Windpark seien im Gemeindehaushalt fest verbucht. Nähme man sie heraus für den Waldwirtschaftsplan, fehlen sie im Haushalt.

Das Parlament stimmte dem Waldwirtschaftsplan 2022 einstimmig zu.

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