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Margit Stroh und die Vorschulkinder sagen »Servus!«

»Du hast ein Herz für Kinder«

  • VonVolker Heller
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Rabenau (vh). Im Garten der Rüddingshäuser Kindertagesstätte »Kunterbunt« wurde am Freitagnachmittag Margit Stroh symbolisch in den Ruhestand verabschiedet. Aus dem Lautsprecher tönte das italienische Abschiedlied »Con te partirò«, und eine große Gesellschaft winkte mit bunten Tüchern und Servietten. Immerhin 45 Jahre ist Stroh Erzieherin gewesen, 42 Jahre davon bei der Gemeinde Rabenau.

Zunächst betreute sie den Nachwuchs der Londorfer Kita Rabennest. 1993 baute die Gemeinde eine zusätzliche Kita in Rüddingshausen. Stroh wechselte dorthin und übernahm für 28 Jahre bis heute deren Leitung. Viele Kinder aus Strohs Anfangsjahren sind längst Eltern.

Am 1. September beginnt für Stroh ein neuer Lebensabschnitt. Ihren »Rentnerausweis« habe sie just erhalten, verriet Stroh. Bezüglich der neu gewonnenen Freizeit halte sie es mit Kanzlerin Merkel kürzlich auf der Bundespressekonferenz: »Mir wird schon was einfallen«.

Christoph Quandel sprach für das Rote Kreuz. Das DRK hatte im Januar 2020 den Betrieb der Kita übernommen. Er bescheinigte Stroh, sie habe in der Schlussphase nochmal etwas Neues mit erlebt. Manchmal sei es turbulent gewesen. Stroh habe das »gut hinbekommen«. Vom Elternbeirat dankte Jan Schirrmacher für »eine gute Zeit«. Rabenaus Erster Beigeordneter Ingo Lich meinte: »Du hast ein Herz für Kinder. Dir hat das immer Spaß gemacht«. Trotz des Ruhestands werde sie ihrer Kita wohl gedanklich verbunden bleiben. Der Ortsvorsteher im Ruhestand, Ewald Thomas: »Wir haben uns bei Problemen immer ausgetauscht«. Stroh habe sich auch in der Grundschule beteiligt, etwa im Schiedsausschuss Lesen. Marina Koch - früher Strohs Praktikantin und heute stellv. Kita-Leiterin - urteilte: »Du hast alle unvorhersehbaren Zwischenfälle, zuletzt Corona, gemeistert«. Karina Claar übergab mit den ebenfalls scheidenden Vorschulkindern ein Hochbeet.

Margit Stroh dankte, »dass ich hier sein durfte. Es war eine sehr schöne Zeit«. In den 45 Jahren habe sich natürlich vieles verändert. Nach wie vor gelte aber der Satz »Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf« zitierte Stroh ein Sprichwort aus Nigeria. Kinder brauchten idealerweise ein soziales Netzwerk mit vielen Bezugspersonen.

Verabschiedet wurden ebenfalls die zehn Vorschulkinder. Sie erhielten zur Erinnerung ihre Portfoliomappen und Vorschulmappen mit nach Hause. Die obligatorische Übernachtungsparty zum Abschluss der Kindergartenzeit musste wegen Corona ausfallen. Mit dem kleinen Theaterstück »Der Ernst des Lebens« verließen die knapp Sechsjährigen ihre Kita-Bühne.

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