Große Sankt-Martins-Umzüge - hier ein Archivbild von 2017 aus Hungen - sind in diesem Jahr nicht möglich. ARCHIVFOTO: PAD
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Große Sankt-Martins-Umzüge - hier ein Archivbild von 2017 aus Hungen - sind in diesem Jahr nicht möglich. ARCHIVFOTO: PAD

Covid-19

Corona: Sankt-Martins-Umzüge gestrichen - doch einige Kindergärten haben eine Lösung

  • vonPatrick Dehnhardt
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Einige Kommunen haben die Sankt-Martins-Umzüge komplett gestrichen, in Hungen, Langgöns und der Rabenau gibt es aber Ideen, wie das Fest hygienekonform stattfindet.

Eine in einen Mantel gehüllte Figur sitzt auf einem Pferd, reitet im Schritttempo durch die Straße. Ihr folgen Kinder, jedes eine Laterne in der Hand. Begleitet werden sie von ihren Eltern und Geschwistern. Der Lichterzug wird von der Freiwilligen Feuerwehr flankiert. Brandgefahr besteht aber keine. In den Papierlaternen leuchten elektrische Lichter. Nach einem Rundgang durch den Ort geht es wieder zum Kindergarten, wo heiße Getränke auf die Erwachsenen und Süßigkeiten auf die Kinder warten.

Laternenspaziergang auf dem Kindergartengelände

Der Sankt-Martins-Umzug - mancherorts auch Lichter- oder Laternenumzug genannt - gehört normalerweise zu den festen Terminen im Kindergartenjahr. Doch das Jahr 2020 ist nicht normal. Mitten im Lockdown als große Gruppe durch die Straßen ziehen und Lieder singen, das geht nicht. In Lich, Fernwald, Heuchelheim und Hüttenberg sind die Umzüge gestrichen, heißt es auf Nachfrage aus den jeweiligen Rathäusern.

Auch in Langgöns wird es keine großen Umzüge geben, sagt Martha Krol, Verwaltungsleiterin aller kommunalen Kindertagesstätten. Dort haben sich jedoch einige Kitas ein an die Hygieneregeln angepasstes Konzept überlegt, um zumindest im kleinsten Rahmen feiern zu können.

Wichtigster Eckpunkt dabei: Die Gruppen bleiben unter sich. "Keine Eltern, keine Öffentlichkeit", sagt Kroll. Da die Kinder in ihrer Stammgruppe die ganze Betreuungszeit miteinander verbringen, ändert sich nichts am Infektionsrisiko, wenn sie eine Laterne in die Hand nehmen.

Kleine Laternenumzüge, etwa über das Außengelände der Kita oder als kurzer Spaziergang, sind möglich. In größeren Einrichtungen laufen die einzelnen Gruppen zeitversetzt, damit es auch dort zu keiner Vermischung kommt.

Laternenlieder von der CD

In anderen Kitas wurden Laternen gebastelt, die die Kinder an den Abenden rund um Sankt Martin in die Fenster stellen. "Das Licht leuchtet im Fenster auf und erzeugt Gemeinschaft", sagt Krol. "So haben die Kinder zumindest etwas, woran sie merken: Es ist Sankt Martin."

In Hungen verfährt man ähnlich: Die großen Martinsumzüge sind abgesagt. "Es werden lediglich kleine Spaziergänge mit Laternen mit den einzelnen Kindergartengruppen durchgeführt", sagt Bürgermeister Rainer Wengorsch. In der Rabenau hat man sich ebenfalls Gedanken über ein Alternativprogramm gemacht. So wie in den vergangenen Monaten auch bleiben die Gruppen in Londorf und Rüddingshausen jeweils unter sich, dürfen Eltern und Familie aus Sicherheitsgründen nicht mitfeiern.

Die Kinder dürfen Laternen basteln, die selbstverständlich ohne Kerzen beleuchtet werden. "Die Gruppenräume sind geschmückt und Laternenlieder werden über CD abgespielt", schreibt Christoph Quandel von der zuständigen Sachgebietsleitung des DRK-Kreisverbandes Gießen-Marburg. Dazu gibt es Tee, Kinderpunsch und Martinsmänner.

"Es ist wichtig, unter Einhaltung der Hygienerichtlinien so viel wie möglich an Ritualen für die Kinder zu erhalten.", sagt Krol. Die Kinder würden bislang mit der Situation sehr gut umgehen und sich an alle Regeln halten, "weil sie wissen, dass sie nicht die einzigen sind, für die sie gelten."

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