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Der närrische Hofstaat grüßt vom Titelblatt.

»Casino Royal« auf 52 konfettibunten Seiten

  • Gabriele Krämer
    vonGabriele Krämer
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Rabenau (ik). Lachen ist gesund - erst recht in Krisenzeiten wie diesen: In den Genuss einer besonderen »Arznei« kommen vom heutigen Samstag an alle, die sich vorausschauend den Rabenauer »Narrenboten« bestellt haben. Dem Coronavirus zum Trotz halten die närrischen Akteure vom Karnevalverein »Blaue Raben 1952 Londorf« einer liebgewonnenen Tradition die Treue und blicken in humoristischer Art und mit spitzer Feder auf das Ortsgeschehen der vergangenen Monate zurück.

Augenzwinkernd, aber nie verletzend geht es um Marotten einzelner Mitbürger - etwa um eine vergessliche Mutter, einen Fauxpas mit Klopapier, eine merkwürdige Begebenheit um eine Scheibenwischanlage, eine Urlaubssause »ganz wie zu Hause«, ein Whisky-Tasting mit Folgen, einen Einkauf mit Hindernissen oder um eine wildgewordene Zahnbürste und vieles mehr,

Humor frei Haus

Wenn es schon keine Fremdensitzung gibt und auch sämtliche weitere Aktivitäten der Kampagne auf Null gestellt sein würden, so sollte doch das Dorfgeschehen in gewohnt humorvoller Weise glossiert werden, waren sich die »Raben« um 1. Vorsitzenden Timo Momberger schnell einig. Seit Jahrzehnten wurde die närrische Lektüre jeweils am Samstag vor der mit Spannung erwarteten Prunksitzung unters närrische Volk in Londorf, Kesselbach und Rüddingshausen gebracht.

2021 soll die Ausnahme bleiben: Nun wird der »Narrenbote« am ursprünglich geplanten »Tag X« selbst verteilt - denn genau heute hätte die farbenfrohe Konfetti-Sause mit Gardetänzen, Büttenreden und viel Musik unter dem Motto »Casino Royal - Alles auf Blau!« in Londorf steigen sollen.

Hätte, könnte, wäre - aber: »Dieses Motto bleibt so lange bestehen, bis wir wieder die erste Sitzung abhalten können«, unterstreicht Momberger gegenüber dieser Zeitung den festen Willen des rund 250 Mitglieder starken Vereins. So prangt jenes Motto auf der Titelseite des »Narrenboten«, gleich über dem Foto des Prinzenpaares Pia und Reiner Becker (Londorf) und des Kinderprinzenpaares Matilda Lein und Dominik Müller (beide Kesselbach) mitsamt dem närrischem Hofstaat.

Die vereinseigene Redaktion hat die Anekdoten und »Ortsgespräche« mithilfe von Videokonferenzen, vielen Telefonaten und unzähligen Mails festgehalten. Auf den Haustürverkauf der Lektüre muss »dank« Corona aus Hygienegründen verzichtet werden - der »Narrenbote« wandert diesmal in einer Auflage von 600 Exemplaren frei Haus und kontaktarm in die Briefkäste. Spenden auf das Konto der »Raben« sind willkommen. Zahlreiche Werbetreibende haben die Aktion unterstützt. Die Wurzeln der Lektüre sind älter als der Karnevalverein selbst: Vorläufer und Ideengeber war der »Rabenauer Fastnachts-Bote«, Premiere 1948.

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