"Bürger für Rabenau" begrüßen Kita-Neubau

  • vonred Redaktion
    schließen

Rabenau(pm). Im September hatte die Bürgerliste "Bürger für Rabenau" bereits bemängelt, dass ein Umbau des Londorfer Bürgersaals zur Kindertagesstätte zwar als kurzfristige Lösung seitens der Verwaltung gedacht war, man jedoch auch darüber diskutierte, diesen zu einer langfristigen Lösung umzuwidmen. Aufgrund der schlechten finanziellen Situation der Gemeinde ist davon auszugehen, dass ein Rückbau wohl nicht mehr ausgeführt werden würde. Dies wurde von der Bürgerliste eher kritisch gesehen.

In der jüngsten Gemeindevertretersitzung lagen neue Zahlen auf dem Tisch: Rund 2 Millionen Euro soll ein Neubau in Modulbauweise inklusive Bau der Außenfläche und Möblierung kosten (die GAZ berichtete). Um den kurzfristigen Bedarf zu decken, könnten Container als Übergangslösung dienen. "Ich begrüße die Entscheidung für einen Neubau in Geilshausen, da dies die einzig sinnvolle Lösung für mich ist. In Geilshausen entsteht zurzeit ein neues Neubaugebiet, und hier ist im Gesamtkonzept immer zu berücksichtigen, dass die Gemeinde bei einer Weiterentwicklung eines Ortsteils auch etwas für die Infrastruktur tun muss. Die Kinderbetreuung ist hier nun mal auch eine Pflichtaufgabe", so Christoph Nachtigall, Vorsitzender der "Bürger für Rabenau".

Bezüglich der Kosten werde noch intensiv diskutiert. Mangels finanzieller Mittel müsse die Gemeinde womöglich für den Neubau einen Kredit aufnehmen. Seitens der Verwaltung gebe es zudem Hinweise, dass die Gemeinde keine Finanzmittel für die laufenden Betriebskosten habe und dies allein durch Grundsteuererhöhungen finanzieren könne.

Kritik an Informationspolitik

Für einen zweigruppigen Kindergarten schätze der derzeitige Betreiber die Betriebskosten auf 400 000 Euro pro Jahr. Die Kopfpauschale, die das Land Hessen hier zahle, reiche im Falle von Rabenau nicht aus, um die laufenden Kosten zu decken, so Nachtigall. Gesetzlich stehe jedem Kind ein Kita-Platz zu.

"Es kann nicht sein, dass von der oberen Politik den Gemeinden immer etwas aufdiktiert wird, und diese dann auch noch selbst für die Kosten aufkommen müssen", so der stellvertretende Vorsitzende Matthias Bender. Ganz im Stich gelassen werde die Gemeinde nicht: Im besten Fall gebe es je Kindergartengruppe bis zu 250 000 Euro, heißt es in der Mitteilung der Bürgerliste. Aber dafür gebe in der derzeitigen Planungsphase niemand eine Garantie. Kostendeckend sei dies dennoch nicht. Einig sind sich Nachtigall und Bender, dass Kreis und Land stärker in die Pflicht genommen werden müssen.

Kritikpunkte gibt es auch bezüglich der Vorgehensweise bei der Maßnahme "Kita-Neubau": Die aktuelle Politik und auch die Verwaltung schaffen es nicht mehr, die Bürger ausreichend zu informieren und auch bei Entscheidungen mitzunehmen", so der Vorsitzende. Sei Anfang September der Bürgersaal Londorf als Übergangslösung im Gespräch gewesen, werde nun intensiv über den Festplatz Geilshausen als möglichem Standort für den Kindergartenneubau diskutiert. In beiden Fällen habe man die Bürger verunsichert: Sie hätten den Eindruck gewonnen, sie bekämen einen Ort weggenommen, an dem sich die Gemeinschaft seit Jahrzehnten treffe, ehrenamtlich arbeite oder feiere. Nachtigall abschließend: "Seitens der Verwaltung hätte ich erwartet, dass man hier die Bürger und insbesondere die Ortsbeiräte frühzeitig einbindet und gemeinsam an Alternativen für diese gemeinsamen Lebensmittelpunkte arbeitet."

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare