Seit einer Woche "nur für Baubusse": Blick in Alsfelder Straße in Kesselbach. FOTO: TB
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Seit einer Woche "nur für Baubusse": Blick in Alsfelder Straße in Kesselbach. FOTO: TB

Auskoffern in Kesselbach

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Rabenau(tb). Zunächst bereits für 2019 vorgesehen, ist jetzt der Startschuss gefallen: Seit der vergangenen Woche läuft der Ausbau der Ortsdurchfahrt Kesselbach auf Hochtouren. Im ersten Abschnitt wurde der alte Asphaltbelag bereits entnommen, also kann es mit dem Auskoffern gehen.

Wiederkehrende Beiträge - erstmals

Denn: Bei der Alsfelder Straße, gewiss eine der schlechtesten im Landkreis, wäre es mit einer "oberflächlichen" Unterhaltungsmaßnahme nicht getan, hier braucht es grundhafte Erneuerung. Also wird nicht nur der Fahrbahnaufbau ausgehoben, sondern der Boden darunter 30 bis 40 Zentimeter tief ausgekoffert, das heißt ausgebaggert, hernach ausgetauscht und verfestigt.

Als nächstes werden laut Hessen Mobil 22 Zentimeter Frostschutzschicht, 14 Zentimeter Asphalttrag- und vier Zentimeter Asphaltdeckschicht neu aufgebaut.

Ist der erste Abschnitt fertig, folgt der zweite zugleich: Dieser beginnt etwa auf Höhe der Einmündung der Steinstraße und endet nach rund 300 Metern kurz hinterm Ortsausgang. Bis zum jeweiligen Bauabschnitt bleibt die L 3146 für Anlieger befahrbar.

Die Gesamtkosten für das Projekt beziffert Hessen Mobil mit rund 1,56 Millionen Euro. Hiervon trägt das Land rund 790 000 Euro sowie Rabenau rund 805 000 Euro. Die Gemeindekasse - und nur die - wird durch einen Landeszuschuss von voraussichtlich 133 000 Euro für den Gehwegbau entlastet, der wiederum auf 361 000 Euro veranschlagt wird, wie Rabenaus Bauamtsleiter Thomas Mohr auf GAZ-Anfrage erläuterte. Das Gros des kommunalen Kostenanteils resultiert ihm zufolge aus der Erneuerung der Wasserversorgung. Über den gesamten halben Kilometer nämlich muss die über 100 Jahre alte Hauptleitung aus Grauguss durch eine aus duktilem Guss ausgetauscht werden. Nur ein Vorteil der kunststoffbeschichteten Rohre: Da "Eisen inside", sind Leckagen leichter als bei Kunststoffleitungen zu orten.

Bei Bedarf, zumeist der Fall, werden auch die Hausanschlüsse erneuert; da freilich strömt das Trinkwasser durch reinen Kunststoff.

Zum Glück für die ohnedies klamme Kommune sind für die Abwasserentsorgung nur 70 000 Euro aufzuwenden. Muss etwa eine Haltung, also die Verbindung zwischen zwei Schächten, umgebaut beziehungsweise ausgetauscht werden, sind nur einzelne Abschnitte zu sanieren.

Um auf die Bürgersteige zurückzukommen: Wie von dieser Zeitung berichtet, haben Rabenaus Gemeindevertreter jüngst die Einführung wiederkehrender Straßenbeiträge beschlossen. Somit werden die Kosten erstmals nicht auf die Anlieger allein und nach Grundstücksgröße umgelegt. Ein Dienstleister erhält den Auftrag, wird für das Abrechnungsgebiet - Mohr schlägt dafür Kesselbach in Gänze vor - die erforderlichen Daten ermitteln, wozu etwa der Ausbaustandard der Straßen gehört. Der Sachgebietsleiter hofft, zum Ende des Jahres die Berechnungen des Büros auf dem Tisch zu haben.

Dann soll zugleich Kesselbachs Ortsdurchfahrt endlich den heute gebotenen und mithin behindertengerechten Standard aufweisen. Bis dahin allerdings gilt eine Vollsperrung, müssen sich Autofahrer in Geduld üben, werden sie doch via Odenhausen/Lumda umgeleitet.

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