Kevin Queckbörner an seinem Arbeitsplatz in Londorf.
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Kevin Queckbörner an seinem Arbeitsplatz in Londorf.

Aufgeblüht im Handwerk

  • vonVolker Heller
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Rabenau(vh). Busfahren kann viel mehr sein als nur die Fortbewegung von A nach B. Manchmal erfährt man lebenswichtige Impulse. Ohne den Bus wäre Kevin Queckbörner möglicherweise nicht Lehrling des Monats September 2020 der Handwerkskammer Wiesbaden geworden. Die Erfolgsgeschichte begann auf einer Busfahrt im Lumdatal und spielte dann im Londorfer Handwerksbetrieb Schepp-Heizungsbau in der Lumdastraße.

Kammervizepräsident Andreas Brieske übergab dort die Urkunde und Armbanduhr an den 28-jährigen angehenden Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik im zweiten Lehrjahr. Eine Urkunde für den Ausbildungsbetrieb erhielt Seniorchef Berthold Schepp.

Busfahrt mit Folgen

Brieske erläuterte den Stellenwert der seit 1999 monatlich vergebenen Auszeichnung. Wer unter knapp 9000 Lehrlingen aus über 130 Ausbildungsberufen glänzen wolle, benötige gute Berufsschulnoten. Ebenso zähle die soziale Kompetenz, jene alten Kopfnoten quasi: Teamverständnis und Zuverlässigkeit etwa. Die Urkunde für den Betrieb bescheinige "hochwertige Ausbildung". Queckbörner gab er zu verstehen: "Sie haben auf das richtige Pferd gesetzt." Bezüglich der Klimadiskussion sei der gewählte Berufsweg "ein Zukunftsmarkt". Außerdem motivierte Brieske: "Lob ja, aber bitte nicht aufhören." Lehrlinge des Monats gehörten später des Öfteren zu den Innungsbesten oder machten ihre Meisterprüfung.

Kreishandwerksmeister Kay-Achim Becker formulierte handfest. Lehrlinge des Monats seien "Leute, die mit ihrer Persönlichkeit vorangehen - anständige Kerle, die ihr Handwerk auf der Baustelle kompetent umsetzen können". Der Stellenwert einer Ausbildung sei hoch. Die Handwerkskammer kontaktiert Schulen und Betriebe.

Mit-Geschäftsführerin Tina Kraft berichtete von der Schwierigkeit, geeignete Lehrlinge zu finden: "Es muss passen." Man bilde für den Eigenbedarf aus. Wer wolle, könne sich weiterqualifizieren. Niklas Wißner mache just den Techniker und Christoph Krieb besuche bald die Meisterschule.

Schepp erwähnte die eingangs genannte Begegnung im Bus. Queckbörner hatte eine Ausbildung zum Verkäufer hinter sich und während der Fahrt über das Leben wehgeklagt. Schepp hörte alles mit und offerierte dem Frustrierten eine Festanstellung als Lagerarbeiter. Queckbörner nahm an und zog das sprichwörtliche große Los. Sein Profil passte genau, sodass die Firma ihm letztlich die Ausbildung vorschlug - ohne Lohneinbuße. Queckbörner ist im Handwerk aufgeblüht. Nicht ohne Stolz teilt er mit: "Mein kleiner Bruder wollte erst Einzelhandelskaufmann werden. Jetzt lernt er Schreiner." FOTO: VH

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