Auf die Einstiegshöhe kommt es an

  • VonVolker Heller
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Rabenau (vh). In seiner ersten Sitzung nach der Kommunalwahl hat der Bauausschuss der Gemeindevertretung Rabenau über Barrierefreiheit an Bushaltestellen gesprochen. Innerhalb der Großgemeinde gibt es 23 davon. Zehn sind bereits mit dem »Kasseler Sonderbord« ausgestattet. Dieser abgerundete Bordstein ist dem Profil nach für Niederflurfahrzeuge konzipiert worden.

Im Ausschuss berichtete Gerhard Muth-Born, Planer für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) beim Zweckverband Oberhessische Versorgungsbetriebe (ZOV). Das deutsche Personenbeförderungsgesetz schreibe vor, dass der ÖPNV bis 2022 barrierefrei sein solle. Bei der Neuanlage von Haltestellen werde dem bereits entsprochen. Mit dem Begriff »vollständige Barrierefreiheit« seien nicht nur Rollstuhlfahrer gemeint, sondern vielmehr alle Personen, die dauerhaft oder vorübergehend mobilitätseingeschränkt seien: Elternteile mit Kinderwagen, Rollatorbenutzer oder etwa die Person mit einem Gipsbein. All jene müssten alleine ohne fremde Hilfe in den Bus gelangen können.

Das gelinge nur mit dem Niederflurfahrzeug: der Einstieg ist ebenerdig. Keine Treppe führt hoch zum Fahrer und den Sitzplätzen. Alternativ zum bisher gebräuchlichen, reinen Hochflurbus gibt es ein Low-entry-Modell mit Niederflurbereich für Menschen mit Handycap. Für vollständige Barrierefreiheit bedürfe es eines höchstens fünf Zentimeter breiten Spalts zwischen der Einstiegsfläche an der geöffneten Bustür und dem »Kasseler Bord«, erläuterte der Referent.

Die Borde seien heute meist 22 Zentimeter hoch, sagte Muth-Born. Niederflurbusse würden auf der Einstiegsseite abgesenkt, sodass noch ein kleiner Höhenunterschied bleibe. Manche Busse verfügten auch über eine ausklappbare Einfahrrampe. Sammeltaxen würden heutzutage ähnlich wie der Niederflurbus konstuiert. Die mittleren Kosten für eine vollständig barrierefreie Bushaltestelle lägen bei 35 000 Euro. Staatliche Fördermittel gingen bis 85 Prozent der Nettokosten. Jedoch müsse der Förderantrag eine Mindest-Investsumme von 100 000 Euro enthalten. Muth-Born schlug vor, stets mehrere Haltestellen auf einen Schlag umzurüsten.

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