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Anna und Bruno Bosky feiern heute Gnadenhochzeit.

70 Jahre durch dick und dünn

Anna und Bruno Bosky feiern Gnadenhochzeit

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Rabenau (vh). Im großen Wohnzimmer in der Straße Zum alten Born 33 in Rüddingshausen feiert man heute, Mittwoch, 21. August, ein außergewöhnliches Fest: die Gnadenhochzeit der Eheleute Anna und Bruno Bosky. 70 Jahre lang sind sie durch dick und dünn gegangen. 2014, nach der eisernen Hochzeit, hatte das Ehepaar für sich schon insgeheim die Liste der Hochzeitsjubiläen abgeschlossen.

Nun sind noch einmal fünf Jahre hinzugekommen. Ginge es bei Boskys ausschließlich um das äußere Erscheinungsbild, dann dürfte auch die nächste Stufe, Kronjuwelenhochzeit, im Bereich des Möglichen liegen. Auf vielleicht Mitte oder Ende 70 schätzt man die Senioren. Dass beide jedoch bereits über 90 Jahre alt sind, zeigen einzig und allein ihre Geburtsurkunden.

Anna Bosky wurde 1923 in den elterlichen Bauernhof der Familie Nikolai hineingeboren. Sie wurde dort unentbehrlich, sodass eine anderweitige berufliche Orientierung nicht in Frage kam. Neben Landwirtschaft und Garten blieb aber noch Zeit für die evangelische Frauenhilfe.

Damals gab es für die jungen Frauen in Rüddingshausen ein Zusammentreffen reihum zuhause. Das nannte sich unverfänglich "Spinnstube". Also strickten und häkelten die Frauen. Irgendwann wurden junge Männer neugierig und schauten zur Tür herein. Da man denen kaum Wolle und Faden in die Hand drücken konnte, ersann die Weiblichkeit allerlei Pfandspiele, was diese Burschen tun sollten. Einer sollte etwa ein bestimmtes Mädchen nach Hause bringen oder ein anderes küssen.

Bruno Bosky, 1924 in Ankendorf/Ostpreußen geboren, war 1947 kaum aus russischer Kriegsgefangenschaft über Thüringen nach Rüddingshausen gelangt, da zog es ihn zur Spinnstube. Der Rest ist Geschichte. Der Rüddingshäuser Wilhelm Appel war in Russland ein Leidenskamerad und hatte ihm seine Adresse gegeben. Er fand Arbeit bei Didier (Mainzlar) und Kamax (Homberg/Ohm). Bruno Bosky engagierte sich zudem im Männerchor Concordia und der Freiwilligen Feuerwehr.

Im Laufe der Jahre wuchs die Familie um zwei Kinder, vier Enkel und drei Urenkel. Am heutigen Ehrentag haben sich angekündigt: Landrätin Schneider, Bürgermeister Langecker, Ortsvorsteher Thomas, Pfarrerin Rink-Rieken und Vertreter der Feuerwehr. Der Concordia-Chor singt ein Ständchen.

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