29 Prozent aller Firmen in Kurzarbeit

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Gießen(pm). Mit Kurzarbeit durch die Krise: Im Landkreis Gießen haben seit Beginn der Coronavirus-Pandemie 29 Prozent der Unternehmen Kurzarbeit angemeldet. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit. Die NGG beruft sich auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Demnach haben bis Ende April 1902 der insgesamt 6662 Betriebe im Landkreis Kurzarbeitergeld beantragt. Zum Vergleich: Zu Beginn der Corona-Krise im März waren es noch 18 Firmen. Andreas Kampmann, Geschäftsführer der NGG-Region Nord-Mittelhessen, spricht von einer "Erschütterung auf dem heimischen Arbeitsmarkt".

Besonders betroffen ist das Gastgewerbe. "Die Branche liegt seit Wochen weitgehend brach. Gerade kleinere Hotels und Gaststätten kämpfen ums Überleben. Es ist gut, dass die Bundesregierung ein riesiges Rettungspaket für die Unternehmen geschnürt hat. Aber für die Beschäftigten kommt die beschlossene Erhöhung des Kurzarbeitergeldes zu spät", sagt Kampmann.

Das Lohnausfallgeld steigt erst nach sieben Monaten Kurzarbeit auf 80 Prozent (Eltern: 87 Prozent) des Nettoeinkommens. Für Köche, Kellner und Hotelangestellte sei das eine enorme Durststrecke. "Vielen wird nur der Gang zum Sozialamt oder zum Jobcenter bleiben", warnt Kampmann. Eine Mitverantwortung für die Lage trage nach Ansicht der Gewerkschaft auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband: Anders als etwa in der Systemgastronomie weigerten sich die Arbeitgeber bislang, das Kurzarbeitergeld per Tarifvertrag aufzustocken.

Umso wichtiger sei nun, eine Perspektive für die langsame Wiederbelebung des Gastgewerbes zu finden - "vorausgesetzt, der Gesundheitsschutz für Beschäftigte und Gäste ist sichergestellt", erklärt die NGG. Doch bis wieder etwas Normalität in die Branche einziehe, bleibe der Schaden für Beschäftigte und Betriebe groß. Laut Arbeitsagentur meldeten bis Ende April bundesweit 751 000 Betriebe Kurzarbeit an - 115 000 davon im Hotel- und Gaststättengewerbe. Das sind 72 Prozent aller Firmen der Branche.

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