"Projekt als Chance für Natur sehen"

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Grünberg (pm/tb). Per Mehrheitsbeschluss hat sich Grünbergs Magistrat für die Verpachtung von Teilen des Eisteichs an eine Angler-Interessengemeinschaft entschieden - was beim Naturschutzbund und erfolglosen Mitbewerber um eine Anpachtung auf Kritik gestoßen ist (die Gießener Allgemeine Zeitung berichtete). Dessen Befürchtungen, das Biotop werde in Mitleidenschaft gezogen, weisen die Angler von der "IG Eisteich" zurück: "Die Hetze, und so empfinden wir das, die nach einer demokratischen Abstimmung im Geheimen (?) stattfindet, finden wir unter der Würde eines Verlierers."

Wie es in der Pressemitteilung zunächst heißt, seien das eigene Konzept bzw. die Pachtanfrage "Wochen bis Monate" vor jenen des NABU gestellt worden. Dass der nun auf mehreren Ebenen gegen die Angler zu trommeln beginne, sei nicht nachvollziehbar. Sei die Ortsgruppe doch bisher als Ansprechpartner auch in Naturschutzfragen mit im Boot gewesen, sehe man sich als Angler selbst der Natur verpflichtet. Weiter wörtlich: "Es scheint nur Vorurteile uns gegenüber zu geben. Als Grünberger - zugezogen und alteingesessen - haben wir seit Jahren schon zusehen müssen, wie der Eisteich immer weiter verlandete, mittlerweile nur noch die Hälfte seiner ursprünglichen Größe hat. Dies wurde von allen Seiten in den letzten Jahren toleriert." Auch das übermäßige Angeln ohne Erlaubnisschein sei nicht unterbunden worden, habe das Gewässer geschädigt - "niemand hat sich in der Verantwortung gesehen."

Wie der Magistrat sei man für das Unterbinden von Schwarzanglerei. Das aber gelinge nur durch regelmäßige Kontrollen. Dies habe man in einem Vorgespräch im Beisein eines NABU-Vertreters auch zum Ausdruck gebracht. Durch regelmäßige Begehungen und die geplante (nicht-kommerzielle) Nutzung des Teichs durch die IG Eisteich könnten das Schwarzangeln und Begehen von Schonflächen für die Tier- und Pflanzenwelt zumindest reduziert werden, unterstreicht IG-Sprecher Grabner. Und fügt an, dass es dafür auch der Mithilfe der Ämter bedürfe.

Was das Thema "Angelhaken und Entenküken" betrifft: "Dies ist Schwarzanglerei und hat mit Anglertum nichts zu tun." Mit solchen Menschen lasse man sich nicht in einen Topf werfen, verbitte sich, solches auch nur anzudeuten.

Am Ende verweist man noch auf die angestrebte Kooperation mit der "Fischzucht Wetterfeld". Als Ideengeber und Lieferant eines gesunden, ausgewogenen "ursprünglichen" Besatzes an Fischen. Der IG gehe es nicht nur um Kröten, sondern um eine naturverträgliche Balance von Pflanzen und Tieren im und am Teich. "Damit unsere Kinder auch mal was anderes als Karpfen im Wasser sehen."

Das Ganze sollte man als Projekt für die Natur, nicht als von vorneherein zum Scheitern verurteiltes Projekt sehen, lautet der abschließende Appell.

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