"Wir sind noch da!" Das will Fotografin Meike Dietz mit ihrer Aktion den Menschen in der Region bewusst machen. FOTO: GECK
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"Wir sind noch da!" Das will Fotografin Meike Dietz mit ihrer Aktion den Menschen in der Region bewusst machen. FOTO: GECK

Präsenz zeigen

  • Alexander Geck
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War da was? Ja, da war was. Genauer gesagt: Da ist was: Licher Laden- geschäfte, Restaurants und Unternehmen, die eine Menge zu bieten haben. Während und nach der Corona-Epidemie. Das will Fotografin Meike Dietz mit ihren Bildern zeigen.

In Lich ist die Fotografin Meike Dietz seit Dienstag besonders fleißig am Fotografieren. Sie ist auf Tour durch die Stadt, um Geschäfte, Restaurants und Unternehmen zusammen mit deren Inhabern zu porträtieren. "Ziel ist es, sie wieder ins Bewusstsein der Menschen zu bringen. Während und nach der Corona-Pandemie. ›Wir sind noch da. Wir zeigen Solidarität‹ ist das Motto", sagt Dietz zur Intention ihres Projektes.

"Ich habe den Verein ›Lich erleben‹ informiert, Firmen angeschrieben und bekannte Gewerbetreibende angerufen. Nach und nach machen immer mehr mit. Auch am Freitag und nächste Woche habe ich weitere Fototermine", zeigt sich Dietz optimistisch.

Die von ihr ausgehende Idee habe sogar eine bundesweite Ausrichtung. Ein Dutzend Kollegen von Hamburg bis Dresden oder etwa Maisach in Oberbayern machen mit.

Dietz und ihre Kollegen verlangen für das Fotografieren kein Honorar, sondern bitten lediglich um eine Spende von mindestens 30 Euro an die "Grashüpfer-Stiftung". Die Fotos werden dann zu einem bestimmten Zeitpunkt, der noch nicht genau feststeht, online in den sozialen Medien wie Facebook oder Instagram unter dem Hashtag "#offene Tür" und dem Städtenamen gepostet. Möglich ist auch die Präsenz auf den jeweiligen Internetseiten der Gewerbetreibenden oder auch auf lokalen Apps, beispielsweise "Mein Gießen". Denn auch in der Universitätsstadt wird es am 8. und 9. Juni zwei Aktionstage geben. Der Marketing-Verein Gießen unterstützt die Aktion.

Bundeseinheitlich wird das Ganze allerdings nicht ablaufen, schränkt Dietz ein. "Weil manche ihre Jobs haben." Die Arbeitssituation sei individuell ganz unterschiedlich. An der Elbe wird es beispielsweise erst im Juli losgehen. Mit der Aktion geht es auch, aber eben nicht in erster Linie darum, auf die prekäre Situation der Fotografen aufmerksam zu machen.

Dietz ist seit zwölf Jahren als Fotografin selbstständig. Zwischenzeitlich studierte sie Logistik und arbeitete in der Branche. Nach der Geburt der Tochter schwenkte sie wieder auf ihre alte Leidenschaft um, war zunächst in Leihgestern, dann in Watzenborn-Steinberg mit ihrem Studio und ist nun seit fünf Jahren in Lich tätig.

Sofort überzeugt von der Idee war auch Angela Magnus, die seit 1987 die Buchhandlung Eckschuster in der Licher Altstadt betreibt. Sie hat neben dem Buchladen an der Braugasse auch einen Onlineshop, der während der Ladenschließung einen richtigen Schub bekommen hat. Es habe auch anrührende Reaktionen gegeben, etwa handgeschriebene Briefe, sagt sie und merkt an: "Ich finde es deshalb toll, auf diese Weise Präsenz zu zeigen und den lokalen Handel zu unterstützen."

Profitieren werden von der Aktion aber auch Kinder und Jugendliche. Die "Grashüpfer-Stiftung", an die die Spenden gehen, ist gemeinnützig und engagiert sich in der Förderung von Kindern und Jugendlichen sowie deren Eltern. Alle Spenden werden von der Stiftung direkt am jeweiligen Projektort ausgeschüttet. Eine echte Win-win-Situation also.

Der Verein "Lich erleben" unterstützt die Aktion und bietet seinen Mitgliedern damit die Möglichkeit, Präsenz für Kunden während und nach dem Shutdown zu zeigen.

Doch nicht nur online wird die Aktion sichtbar. Dietz hatte im vergangenen Jahr anlässlich der Veranstaltung "Kunst in Licher Scheunen" alle Künstler in einem Magazin namens "SeitenBlicke" porträtiert.

Die zweite Auflage wird nun mit den neuen Porträts bestückt, verbunden mit einer kurzen Corona-Geschichte zu jedem Akteur.

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