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Auch energetisch auf einem hohen Standard: Die neue Kita an der Asklepios-Klinik Lich ist gut gedämmt und wird mit Fernwärme versorgt. Die Fotovoltaikanlage auf dem Dach hat eine Kapazität von 62,5 kw/p. FOTO: US

Prädikat außergewöhnlich

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Am 1. Juni soll die Kita auf dem Gelände der Asklepios-Klinik Lich in Betrieb gehen. Sie ist in vielerlei Hinsicht besonders, nicht nur wegen der langen Öffnungszeiten von sechs Uhr morgens bis sechs Uhr abends.

Michael Pieck, der Technische Leiter der Asklepios-Klinik Lich, hat in den vergangenen Jahren viele Bauprojekte begleitet: die Radiologie, einen neuen OP-Trakt, die Aufstockung des Bettenhauses. "Aber eine Kita habe ich noch nie gebaut", sagte er am Donnerstag.

Ein ziemlich einzigartiges Projekt geht auf dem Krankenhaus-Gelände seiner Vollendung entgegen: eine Kindertagesstätte mit zwölfstündigen Öffnungszeiten, mit angegliedertem Familienzentrum sowie Räumen für das Elternzentrum der Klinik-Hebammen. Auch der benachbarte Waldkindergarten findet in dem 1000 Quadratmeter großen Gebäude noch Platz für seine Mittagsbetreuung.

Außergewöhnlich sind auch die Kooperationspartner: Als Bauherrin tritt die Klinik auf, die das Gelände zur Verfügung stellt und sich mit 300 000 Euro an den Baukosten von rund 3,2 Millionen Euro beteiligt. Betreiben wird die Kita jedoch die Stadt Lich. "Ich bin froh, dass wir gemeinsam alle Hürden genommen haben", sagte Geschäftsführer Uwe List, der symbolisch einen großen Schlüssel an Bürgermeister Dr. Julien Neubert überreichte. Am 1. Juni wird die neue Kita ihren Betrieb aufnehmen. "Ich bin gespannt, was die Kinder sagen werden", bemerkte List.

Auch Neubert sprach von einem einzigartigen Projekt in Public Private Partnership, das mit seinen Öffnungszeiten von sechs bis sechs den Bedürfnissen berufstätiger Eltern entgegenkomme. Insbesondere gilt das für Mütter und Väter, die an der Asklepios-Klinik im Schichtdienst arbeiten. Für sie sind in der neuen Kita zehn der insgesamt 74 Plätze reserviert.

Klinik-Sprecherin Patricia Rembowski hofft, dass dieses Angebot auch bei der Gewinnung neuer Mitarbeiter helfen wird. Die Initiative zum Bau dieser Kindertagesstätte ging von ihr aus. "Es ist schön, wenn man sieht, wie eine Idee Gestalt annimmt", sagt sie jetzt.

Auftakt mit Notbetreuung

Sabine Hilcken, die die pädagogische Gesamtleitung für Kita und Familienzentrum übernimmt, hat den Bau von Anfang an konzeptionell begleitet. Zwei Regelgruppen mit je 25 Kindern und zwei U3-Gruppen mit zwölf Kindern sind vorgesehen.

Gestartet wird am 1. Juni jedoch erst einmal mit einer Notbetreuung. Die Corona-Krise hat zudem alle Pläne für ein großes Eröffnungsfest zunichte gemacht. Es soll aber nachgeholt werden. Wie viele Kinder in gut drei Wochen den Anfang machen werden, weiß Hilcken noch nicht genau. "Wir fragen den Bedarf gerade ab."

Einen besonderen Dank zollten Uwe List und Michael Pieck dem Architekten Andreas Schneider vom Büro Schmitt & Kollegen sowie den beteiligten Firmen für die reibungslose Zusammenarbeit. So konnte der Bau in nur gut einem Jahr vollendet werden.

Noch vor der Eröffnung sind alle 74 Plätze in der neuen Kita belegt, es gibt sogar schon eine Warteliste. "Der Bedarf in Lich ist sehr, sehr hoch", sagt Bürgermeister Neubert. Man werde in absehbarer Zeit eine weitere Kindertagesstätte planen müssen. Neubert. "Diese hier ist nicht die letzte, die ich in meiner Amtszeit eröffne. Da bin ich mir sicher."

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