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Potenzial auf den Dächern von Lich

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Von: Ursula Sommerlad

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Heißer Tipp für Warmduscher: Solarthermie. © DPA Deutsche Presseagentur

Wer in Lich CO2 einsparen und seine Energiekosten senken will, kann jetzt auf Unterstützung der Stadt zählen. Das Licher Klimageld unterstützt Investitionen in die Nutzung von Solarenergie für Wärme und Strom. Bei Klimamanger Peter Kupetz liegen die ersten Anträge auf dem Tisch.

Das Licher Klimageld für Solaranlagen gibt es offiziell seit dem 18. Mai. An diesem Tag hat die Stadtverordnetenversammlung die Richtlinie beschlossen. Seit gut zwei Wochen kann es ganz konkret beantragt werden. Die ersten Licher haben von dieser Möglichkeit bereits Gebrauch gemacht. Rund ein Dutzend Anträge sei mittlerweile eingegangen, berichteten Bürger-meister Dr. Julien Neubert und Klimamanager Peter Kupertz in einer Pressekonferenz im Rathaus. Sie machten bei dieser Gelegenheit allen Einwohnern Mut, die Fördermöglichkeiten zu nutzen. »Die Licher Bürgerinnen und Bürger sind in einer sehr komfortablen Situation«, sagte Neubert mit Blick auf die Summen, die beim Licher Klimageld abgerufen werden können. Noch ein Vorteil: Wer Licher Klimageld beantragt, darf auch weitere Fördertöpfe in Anspruch nehmen, zum Beispiel das Klimageld des Landkreises. Eine Einschränkung aber gibt es: Pro Liegenschaft wird nur eine einzige Maßnahme gefördert.

Auch Mieter

können profitieren

Die Förderrichtlinie verfolgt ein ganz konkretes Ziel. Sie will die Bürger motivieren, in Fotovoltaik und Solarthermie zu investieren und dabei möglichst die komplette Dachfläche auszunutzen. Das aber tun manche Eigentümer bei Ein- oder Zweifamilienhäusern nicht. Ihr Eigenbedarf an Strom ist häufig so niedrig, dass sich die größeren und teureren Anlagen nicht rechnen. Sie fahren, rein wirtschaftlich betrachtet, mit einer 3,5- bis 5-kWp-Anlage am besten. Doch auf dem Dach wäre Platz für 10 kWp; der Strom, der selbst nicht verbraucht wird, könnte dann ins öffentliche Netz eingespeist werden. Hier setzt das Licher Klimageld an: Es soll die Rentabilitätslücke schließen und den Bau größerer Anlagen für Eigenheimbesitzer attraktiver machen. Weil auch kleine Balkonsolaranlagen gefördert werden, können auch Mieter vom Licher Klimageld profitieren. Der Fördertopf ist aktuell mit 50 000 Euro gefüllt. Man werde die Reaktionen auf dieses Angebot evaluieren und den Betrag gegebenenfalls aufstocken, kündigte Neubert an.

Klimaschutz ist ein weites Feld. Das Licher Klimageld sei nur ein erster Baustein, kündigte der Bürgermeister an. »Es liegen noch viele Aufgaben vor uns.« Als Beispiel nannte er energetische Quartierskonzepte. Muschenheim und möglichst auch Nieder-Bessingen sollen hier den Anfang machen. Zudem werde man regenerative und alternative Energien im Auge behalten.

Zunächst aber ist mit dem Klimageld die Solarenergie an der Reihe. Klimamanager Kupetz, seit einem Jahr im Amt, hat damit viel Erfahrung. Der ausgebildete Klima- und Wärmetechniker hat sich, wie er erzählt, in seiner Heimatgemeinde Lahnau schon vor der Jahrtausendwende für die lokale Agenda engagiert, dabei auch Solardächer initiiert und sich für deren Förderung eingesetzt. Die Förderanträge zum Licher Klimageld, die jetzt bei ihm auf dem Schreibtisch liegen, betreffen zwei Balkonanlagen. »Der Rest ist Fotovoltaik«, berichtet Kupetz. Er ermuntert alle interessierten Hauseigentümer nachdrücklich dazu, Solarthermie in Erwägung zu ziehen. »Der Einsatz von Solarenergie für die Warmwasserbereitung ist die effektivste Art, Energie einzusparen.«

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