Weil zu klein für das erhöhte Aufkommen an Sendungen, sucht die Post nach einer Alternative zum Zustellstützpunkt Londorf. FOTO: TB
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Weil zu klein für das erhöhte Aufkommen an Sendungen, sucht die Post nach einer Alternative zum Zustellstützpunkt Londorf. FOTO: TB

Post wird’s im Rathaus zu eng

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Rabenau(tb). Mit einem dringenden Appell, neue Gewerbeflächen zu schaffen, wandte sich Rabenaus Bürgermeister Florian Langecker an die Mitglieder des Bauausschusses, die in der Vorwoche in der Lumdatalhalle tagten. Anlass boten skeptische Stimmen, was die geplante Erweiterung des kleinen Gewerbegebiets am Ortseingang von Geilshausen angeht. Sehr wohl, so der Rathauschef, gebe es einen Bedarf, mehrere Anfragen, darunter "fünfstellige Zahler". Und nochmals die Mahnung an die Skeptiker: "Es gab schon erste Abwanderungen. Und die Post hat auch gekündigt."

Alexander Böhm, Pressesprecher des "Gelben Riesen" für Mittelhessen, Ober- und Unterfranken, bestätigte auf GAZ-Anfrage den geplanten "Tapetenwechsel". Einziger Grund: Aufgrund der immensen Zunahme des Paketvolumens sei der über Jahrzehnte genutzte Zustellstützpunkt im Erdgeschoss der Gemeindeverwaltung zu klein geworden. "Wir suchen was anderes."

Mehrere Angebote der Kommune

Die Suche allerdings dauert nun doch länger als gedacht: "Wir hatten etwas in petto, das hat sich aber zerschlagen", sagte der Pressesprecher. Daher wurde die bereits ausgesprochene Kündigung des Mietvertrags jetzt wieder zurückgenommen bzw. die Laufzeit bis zum Oktober 2021 verlängert. Wohin die Reise geht, das vermochte Böhm nicht zu sagen, hänge von den Angeboten ab. Ob Neubau oder ungenutzte Bestandsimmobilie, beides wäre möglich. Und: "Für den Kunden ändert sich in jedem Fall nichts."

Dass der neue Vertrag die Option auf eine Verlängerung auch über den Oktober nächsten Jahres hinaus umfasse, merkte Langecker gegenüber dieser Zeitung an. "Wir haben der Post eine entsprechende Flexibilität eingeräumt."

Wie der Verwaltungschef wissen ließ, habe man der Post mehrere Grundstücke in Rabenau vorgeschlagen, sowohl solche im Gemeindeeigentum als auch in privater Hand. Unter anderem käme hier das Gewerbegebiet Odenhausen in Betracht, für das bereits ein rechtskräftiger Bebauungsplan besteht. Die Vorschläge würden derzeit von der Post geprüft. "Ich habe noch keine Rückmeldung."

Apropos: Als es im Bauausschuss um die Erweiterung des Gewerbegebietes Geilshausen ging, hatte Grünen-Sprecher Karl-Heinz Till Odenhausen als Alternative ins Gespräch gebracht. Schon wegen der größeren Fläche, im Vergleich zu den nur 1,5 Hektar im Nachbardorf, verteilt auf drei Flächen. Die Lage in Odenhausen sei weniger attraktiv ("keiner will erst einen Ort durchqueren") oder "dranbleiben, endlich mal was umsetzen", meinten dagegen Ottmar Lich und Ewald Thomas namens der Freien Wähler.

So sah es auch Langecker. Aktuell gebe es nur für Geilshausen Interessenten und einen Investor. Bedenken Tills, die Gemeinde könnte auf den Erschließungskosten sitzen bleiben, seien gegenstandslos. Dies werde später im Städtebaulichen Vertrag geregelt.

Im Ergebnis eines ersten Abstimmungsgespräches habe das Regierungspräsidium bereits sein Placet für die Erweiterung des Gewerbegebietes Geilshausen avisiert. Die Gemeinde müsse nur den Bedarf darlegen, informierte Planer Matthias Wolf das Fachgremium. Grünes Licht gebe es auch schon von Hessen Mobil: Der Einmündungsbereich zur Landesstraße sei danach leistungsfähig genug, eines Ausbaus bedürfe es nicht.

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