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156 Wohnungseinbrüche registrierte die Polizei im Landkreis im vergangenen Jahr. SYMBOLFOTO: DPA

Positive Folge des Lockdowns

  • vonAnja Schramm
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Gießen (pm/anj). Wenn man dem Lockdown irgendetwas Positives abgewinnen will, dann wird man tatsächlich in der Kriminalitätsstatistik fündig. Das Polizeipräsidium Mittelhessen hat gestern die Zahlen für das vergangene Jahr veröffentlicht. Demnach verzeichnen die Beamten bei Wohnungseinbrüchen einen deutlichen Rückgang. Insgesamt 156 dieser Taten wurden 2020 im Landkreis Gießen begangen.

Es ist der mit Abstand geringste Wert in den vergangenen 13 Jahren.

Nun sank die Zahl der Wohnungseinbrüche zwar auch in den Vorjahren, aber selbst 2019 waren es mit 280 noch fast doppelt so viele. Die Ursache für den rasanten Rückgang liegt auf der Hand: »Dies ist zum Teil auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie zurückzuführen«, heißt es vonseiten der Polizei. Lockdown, Homeoffice, keine Urlaubsreisen, kurzum: Die Menschen blieben 2020 weit mehr als sonst in ihren eigenen vier Wänden. Da gab es für Einbrecher kaum noch Gelegenheiten.

Jeder zweite Einbruch scheitert

Eine weitere Ursache für die sinkenden Zahlen, so die Beamten, sei die verstärkte Präventionsarbeit. Mittlerweile würden viele Menschen ihre Häuser und Wohnungen mit Hilfe der kriminalpolizeilichen Berater einbruchssicher machen. Auch das sei ein Grund, dass im vergangenen Jahr fast jeder zweite Einbruchsversuch gescheitert sei, erklärte Mario Mies, Leiter der Kriminaldirektion.

Jene Entwicklung hierzulande lässt sich im Übrigen auch in anderen Kreisen beobachten. Etwa in der Wetterau und im Lahn-Dill-Kreis, auch dort nahm die Zahl der Wohnungseinbrüche erheblich ab. Lediglich im Kreis Marburg-Biedenkopf stieg sie von 102 im Vorjahr auf 124 an.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Aufklärungsquote: Diese war 2020 allerdings auch rückläufig. Nur 15 Prozent der Einbrüche wurden aufgeklärt, 2019 waren es noch 21,8 Prozent. Die Beamten begründen es damit, »dass viele Taten durch Einzeltäter begangen wurden und Schwerpunkte und Serien schwerer auszumachen waren«.

Mehr zur Kriminalitätsstatistik auf Seite 28

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