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Pfarrer Lahdo Aydin (r.) und Bürgermeister Andreas Ruck legen einen Kranz am Mahnmal nieder.

Zeichen für interkulturellen Dialog

  • VonConstantin Hoppe
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Pohlheim (con). Wider das Vergessen: Eine Gedenkstunde vor dem Mahnmal in Pohlheim hat am Dienstag an den Völkermord an syrisch-orthodoxen Christen im Osmanischen Reich vor rund 100 Jahren erinnert.

»Wir hoffen, dass die türkische Regierung auch einmal so weit ist, und das Geschehene akzeptiert«, erklärte Samuel Gergin als Redner. »Nur so kann es eine Versöhnung geben.«

Neben Worten der Mahnung und Erinnerung an die Geschehnisse, den Genozid und die Vertreibung zwischen den Jahren 1915 und 1917 wurde auch der Bezug zur Gegenwart hergestellt. Bürgermeister Andreas Ruck setzte hinzu: »Die Aufarbeitung der Geschichte treibt den Versöhnungsprozess voran und fördert die Akzeptanz. Das Seyfo-Denkmal hier ist für jeden Pohlheimer ein Ort der Erinnerung, ein Ort der Versöhnung und ein wegweisendes Zeichen für Akzeptanz im interkulturellen Dialog.«

Ort der Erinnerung und Versöhnung

Nach weiteren Redebeiträgen fand die Gedenkstunde dann mit einem gemeinsamen Gebet der anwesenden Geistlichen der syrisch-orthodoxen Kirche und einer Kranzniederlegung durch Pfarrer Lahdo Aydin und Bürgermeister Andreas Ruck ihr Ende - die Erinnerungen an die Geschehnisse im Osmanischen Reich zwischen 1915 und 1918 werden in Pohlheim unterdessen weiterhin wachgehalten.

Eine Arbeitsgemeinschaft aus Vertretern der Institutionen und Vereinen der Suryoye in Pohlheim und Gießen - »Suryoye« ist die Eigenbezeichnung der Aramäer, Assyrer und Chaldäer - sowie kommunalpolitisch aktive Personen hatten zu der einstündigen Gedenkveranstaltung unter Einhaltung der Corona-Beschränkungen zu dem Denkmal in Watzenborn-Steinberg eingeladen. Anwesend waren Vertreter aus Politik und Gesellschaft. Der 15. Juni erinnert weltweit jedes Jahr an den Völkermord an Assyrern, Aramäern und weiteren christlichen Minderheiten im Osmanischen Reich.

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