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Zauberer des Lichts

  • vonPatrick Dehnhardt
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Lasershows als Alternative zum Feuerwerk - das bietet die Firma "Lasertechnix" an. Doch wie die gesamte Veranstaltungsbranche haben auch die Pohlheimer mit den Folgen der Pandemie zu kämpfen.

Es ist eine innovative Idee, mit der das Pohlheimer Unternehmen "Lasertechnix" an den Start gegangen ist: Als Alternative zum klassischen Feuerwerk bietet es Lasershows für Events wie Hochzeiten, Familienfeste und Gebäudeeinweihungen an. Doch diese Veranstaltungen sind derzeit alle nicht möglich. So wie die gesamte Branche leidet das junge Unternehmen unter dem Lockdown - vor allen Dingen aber unter der mangelnden Planungssicherheit.

"Von den Restaurantschließungen sind nicht nur die Gastwirte betroffen", verdeutlicht der geprüfte Laserschutzbeauftragte Horst Briegel. Solo-Selbstständige wie Musiker und Alleinunterhalter, aber auch die Vermieter von Licht- und Soundanlagen, Caterer und weitere Dienstleister aus der Veranstaltungsbranche haben derzeit keine Möglichkeit, ihr Geschäft auszuüben. "Die Branche braucht eine Perspektive und Planungssicherheit", sagt der Pohlheimer. Wenn sich die Politik frühzeitig darauf festgelegt hätte, was über Monate geschlossen bleibt, hätte man sich darauf besser einstellen können. Zum Glück sind die Veranstaltungen nicht das einzige wirtschaftliche Standbein der Familie.

Um in Übung zu bleiben und zudem als Hommage an die Arbeit der Notfallseelsorger haben die Pohlheimer am 25. Dezember in Londorf für die örtliche Kirchengemeinde kostenlos eine weihnachtliche Lasershow auf den Dom der Rabenau projiziert. Die Show "Hoffnungsleuchten" ging rund sechs Minuten. "Die Menschen sind - mit viel Abstand - vorbeigekommen, haben es sich angeschaut und sind danach weitergegangen", erinnert sich Horst Briegel. "Für die Kinder war das ein Highlight. Vor allen Dingen das Rentier haben sie geliebt."

Lasershows können überall stattfinden, sowohl im Innenraum als auch im Außenbereich. "Nur wenn wir etwas in den Himmel projizieren sollen, brauchen wir eine Genehmigung", sagt Moritz Briegel. "Bei Gebäuden und auf die Fläche sind wir genehmigungsfrei." Auch Projektionen auf Wasserwände sind möglich.

Die Pohlheimer arbeiten unter anderem mit Hotels und Hochzeitslocations zusammen, die in historischen Gebäuden oder Naturschutzgebieten liegen. Ein klassisches Feuerwerk würde dort nie genehmigt werden. Jedoch ist es problemlos möglich, eine Lichtershow auf die Gebäudefassade oder Bäume zu projizieren. So haben sie etwa schon Shows auf dem Schiffenberg gezeigt, "für Feuerwerk absolutes Sperrgebiet". Selbst in Zeiten mit hoher Waldbrandgefahr, wenn Pyrotechnik nicht mehr erlaubt ist, können die Laser für Lichteffekte sorgen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass sich die Shows personalisieren lassen. "Bei einer Hochzeit etwa können wir die Hobbys des Paares darstellen, zum Beispiel eine Tänzerin oder einen Reiter projizieren", erklärt Moritz Briegel, der sich um die Programmierung kümmert. "Die Show stimmen wir auf die Lieblingsmusik des Paares ab."

Mit solch einer Show sei es leichter, die Gäste oder das Brautpaar zu überraschen. "Wenn wir ein Feuerwerk aufbauen, kann das bis zu einem Tag dauern", sagt Moritz Briegel. "Das fällt auf". Hingegen lassen sich die beiden Hochleistungsshowlaser unauffällig einsatzbereit machen.

Bei der Einweihung eines neuen Firmengebäudes kann Lasertechnix das Wachstums des Bauwerks erlebbar machen, den Weg von der Planungsskizze bis zur Fertigstellung mit Licht nachzeichnen. Dabei ist es möglich, bestimmte architektonische Elemente der Fassade oder das Firmenlogo besonders hervorzuheben.

Auch die klassische Lasershow haben die Pohlheimer im Programm. Wobei sich solch eine "Beamshow" mit dem, was man aus den 1990ern vom Zeltdiscoabend kennt, nur im Grundgerüst vergleichen lässt: Die moderne Technik lässt mehr Effekte und Spielereien zu.

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