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Begleitet vom Gießener Horn-Quartett, eröffnet der Männerchor des Gesangvereins Eintracht das Jubiläumskonzert.

Würdiges Jubiläumskonzert

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Pohlheim (gdp). Musik, Musik, Musik! So hatte der Gesangverein Eintracht 1869 Watzenborn-Steinberg sein großes Jubiläumskonzert am Samstagabend in der Pohlheimer Volkshalle überschrieben. Dass dieser Einladung über 400 Gäste gefolgt waren und den großen Hans-Weiß-Saal füllten, erfreute nicht nur den Vorsitzenden Jörg Haas vom Jubiläumsvereins, sondern auch die 80 Akteure in den Chören, den Quartetts sowie Solisten und Dirigenten.

Als sich der Hallenvorhang öffnete und die Männer des Jubiläumsvereins mit ihrem Chorleiter Dieter Schäfer, verstärkt vom Horn-Quartett Gießen, den "Jägerchor aus Euryante" erklingen ließen, spürte man sofort, dass ein satter Männersound auch nach 150 Jahren noch regelrecht ergreifend sein kann. Der erste aufbrausende Applaus der Zuhörer entfachte im Wechselspiel zwischen Bühne und Saal eine fulminante Konzertstimmung. Aber auch bei der "Waldquelle" (Opus 52) von Ludwig Baumann, den der Chor a cappella sang, erfüllten die klangvollen Harmonien, ob im starken Forte oder Pianissimo, den Konzertsaal. Der von Franz Schubert komponierte "Nachtgesang im Walde" und der "Jägerchor" aus dem Freischütz von Carl Maria von Weber, wurde wieder im fein abgestimmten Wechselspiel vom Männerchor und dem Horn-Quartett gesungen. Da sich im Chor inzwischen Bariton Gerhard Schneidmüller zum Solisten weiterentwickelt hat, war es ein wahrer Ohrenschmaus, die russische Volksweise "Die zwölf Räuber" einmal wieder hören zu dürfen. Mit dem bekannten Titel "Die Post im Walde", fein begleitet von Otmar Schads Trompetensolo, klang der Part des Männerchores unter großem Beifall eines begeisterten Publikums aus.

"Schmachtigallen" mit drei Zugaben

Im Gegensatz zu den traditionellen Melodien entführten die Chorifeen, der gemischte Chor des Jubiläumsvereins, das Publikum in eine andere Welt der Musik. Mit der klassischen Robert-Schumann-Vertonung "Zwielicht" und dem Choral "In the Woods" zeigten sie dem gespannt lauschenden Publikum, dass sie sich mit ihrer Chorleiterin Karina Kardaschewa nicht fürchten, auch durch dunkle Lebenswelten singend zu schreiten.

Modern und zeitaktuell zelebrierten sie den Konzertbesuchern die Hits "I say a little prayer for you" und "That’s What Friends Are For" bei dem die Sopranistin Margit Walb mit ihrem Solopart den Chorsound warm überstrahlte. Dass jedoch die Chorifeen eine russische Volksweise einem mächtigen Kosaken Ensemble gleich zum Erklingen brachten, beeindruckte das Publikum zutiefst. Dabei spürte man, dass die in Moskau gebürtige und studierte Dirigentin Kardaschewa "Meisterhand" angelegt hatte.

Mit dem Queen-Song "The Show Must Go on", begleitet von Andreas Sommer am Flügel, öffneten die Chorifeen die nächste Programmstufe der Solointerpretation.

Hierbei zeigte das Horn-Quartett mit der bekannten "Waldandacht" seine professionelle Qualität. Auch Karina Kardaschewa, mal nicht als Dirigentin, sondern als Solistin, begleitet von Andreas Sommer am Flügel, erfreute mit ihrer wunderbaren Sopranstimme das dankbare Publikum mit dem Vilja-Lied aus "Die lustige Witwe".

Nach der Pause gehörte die Bühne dann dem A-Cappella-Quartett "Die Schmachtigallen" und ihrem Pianisten Andreas Sommer. Ob mit bekannten Melodien der legendären Comedian Harmonists aus den 20er Jahren, Pop-Songs und neu getexteten Eigenkompositionen - sie verstehen es prächtig, das Publikum zu fesseln. Aber auch zeitkritische Themen finden Platz in ihrem 90-minütigem Programm. Dass sie dabei immer mal wieder ihre Bühne verlassen und den Damen im Publikum "schmachtend" zu Füßen knien, setzt dem Ganzen die Krone auf. Erst mit der dritten Zugabe konnte der Konzertvorhang vor einem begeisternd applaudierenden Publikum geschlossen werden.

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