CDU will Steinvorgärten verhindern

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Pohlheim (pad/pm). Auf der Facebook-Seite "Gärten des Grauens" sammelt und veröffentlicht Ulf Soltau bereits seit Jahren Bilder von Vorgärten, deren natürliches Grün durch Steinhalden ersetzt wurde (diese Zeitung berichtete im Oktober 2018). Während Gartenarchitekten die Funktionalität und Ästhetik dieser Steingärten loben, beklagen Naturschützer die Vernichtung von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen.

Die Pohlheimer CDU will nun dafür sorgen, dass die Limesstadt in Zukunft seltener mit Bildern auf der Facebook-Seite erscheint: Sie will in der Stadtverordnetenversammlung einen Antrag einbringen, der solche Steingärten verhindern soll.

"In der letzten Zeit werden immer mehr grüne Vorgärten durch teilweise große Steinwüsten umgestaltet. Die Steine bieten fast keinen Lebensraum für Insekten und führen im Sommer durch die Abgabe von Wärme nach der Aufheizung durch die Sonne zu einer schlechteren Auskühlung der Luft", schreibt die CDU in ihrem Antrag. Die Steingärten würden " für die Umwelt und die Menschen keinen Vorteil bieten". Sie sollten daher als Gestaltungselement gar nicht oder nur als sehr kleine Flächen in Baugebieten erlaubt sein.

Konkret soll der Magistrat prüfen, welche rechtlichen Möglichkeiten die Stadt hat, Steinvorgärten und Steingärten zu verhindern. Zudem soll geprüft werden, wie in Zukunft überprüft werden kann, ob die mit einer Baugenehmigung verbundenen Vorgaben für die Gestaltung des Außenbereichs - sprich des Vorgartens und Gartens - eingehalten wurden. Dabei soll auch geklärt werden, welche Möglichkeiten der Sanktionierung die Stadt hat, falls diese nicht umgesetzt wurden.

Weiteres Thema der Stadtverordentenversammlung am Donnerstag, 23. Mai, um 19 Uhr im Bürgerhaus Hausen, ist ein SPD-Antrag, der die Forderung eines Sachstandsberichts zum geplanten Gewerbegebiet Garbenteich-Ost und der Outlet-Center-Ansiedlung zum Inhalt hat. Die SPD kritisiert darin unter anderem, dass sich die als Pro-Argument angeführten Einnahmensteigerungen bei der Gewerbe- und Grundsteuer nicht kurzfristig erzielen ließen: "Diese Mehreinnahmen werden durch die Ansiedlung ›Outlet-Center‹ niemals oder erst in acht bis zehn Jahren zur Realisation kommen", schreibt Fraktionsvorsitzender Peter Alexander. Die SPD fordert ein alternatives Modell.

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