Geben das erste Konzert in der Christuskirche nach dem Lockdown: das Ensemble "II Giratempo". FOTO GDP
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Geben das erste Konzert in der Christuskirche nach dem Lockdown: das Ensemble "II Giratempo". FOTO GDP

Wiedergewonnene Freude an Musik

  • vonGünther Dickel
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Pohlheim(gdp). "Ausverkauftes Haus" beim ersten Konzert nach dem Lockdown: In der Watzenborn-Steinberger Christuskirche, wo sonst 500 Besucher Platz haben, standen diesmal nur 60 Plätze zur Verfügung. Für die kluge Vorbereitung zeichnete der Kirchenvorstand mit Kantorin Cordula Scobel verantwortlich

Ein Abend mit Barbara Strozzi

Auch für das Ensemble "II Giratempo" war dies das erste Konzert seit März. Dass man sich bestens vorbereitet hatte, war der Freude und dem Engagement der Musiker anzumerken - bis zum letzten Ton.

Unterm Motto "Talkin about Barbara" entführten sie das gespannt lauschende Publikum in die Zeit des Barock, in der die italienische Komponistin Barbara Strozzi die Musikwelt mutig in eine neue Ära versetzt hatte. Mit Kompositionsschätzen wie diesen möchte "II Giratempo" das Hier und Jetzt ein wenig "aufmischen". Auch deshalb hat Gitarristin Vanessa Heinisch 2017 das Ensemble gegründet, um mit den KollegInnen Herzensprojekte zu realisieren, über die sie als Orchestermusiker sonst nur sehnsüchtig beim Kaffee sprächen. So informiert und eingestimmt, erlebten die Besucher ein Sommerkonzert mit Melodien und Geschichten aus der Barock- und Gründerzeit der Oper. Mit Cembalo, Blockflöte, Viola da Gamba, Theorbe und Barockgitarre war der Barock-Sound bestens besetzt, bekam doch immer wieder von Magnus Mehl mit seinem Saxophon einen kernigen Jazz-Groove verpasst. Beeindruckend, wie Mezzosopranistin Laila Salome Fischer ergreifend dazu die "Liedgeschichten" zum Ausdruck brachte. Max Volbers am Cembalo, Teodoro Baú mit der Viola da Gamba und Vanessa Heinisch, mal mit Theorbe, mal mit der Gitarre, überzeugten mit einem "barocken Klangteppich", harmonierten gleichwohl mit "neuzeitlichen" Instrumenten - ein wahrhaft epochenübergreifendes Klangspektakel. Zu Ehren Strozzis erklangen Titel wie "Amor dormiglione" oder "Lagrime mie", beeindruckend dargeboten wie weitere Werke italienischer Komponisten. Mit Standing Ovations dankte das Publikum den Musikern, die sich mit gleich drei Zugaben revanchierten. Eine Veranstaltung, die Mut macht.

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