Im Einsatz: Ehrenamtliche der Interessengemeinschaft zur Förderung des Erhalts der historischen Wasserhochbehälter. FOTO:RGE
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Im Einsatz: Ehrenamtliche der Interessengemeinschaft zur Förderung des Erhalts der historischen Wasserhochbehälter. FOTO:RGE

Wasserhäuser immer wieder Ziel von Attacken

  • vonRoger Schmidt
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Pohlheim(rge). Mit brachialer Gewalt haben Unbekannte Stufen und Betonplatten vor dem historischen Wasserhaus von 1954 zerstört. Dieser Tage trafen sich die Ehrenamtlichen der Interessengemeinschaft (IG) zur Förderung des Erhalts der historischen Wasserhochbehälter um Vorsitzenden Wilken Gräf, um die Schäden genau aufzulisten und rundherum aufzuräumen.

Sie sind noch immer entsetzt über das Ausmaß der Zerstörungen. Die Täter hatten offensichtlich große Bruchsteine vom Dach des Hochbehälters mit viel Kraft vor den Eingangsbereich geworfen und dabei mutwillig die Beschädigungen in Kauf genommen. "Unverständliche Zerstörungswut", befanden die Aktiven mit Stadtrat Uwe Happel und Ulrich Kuhn, die 2017 die Initiative zur Rettung der Wasserhäuser in Watzenborn-Steinberg aus den Jahren 1909 und 1954 angeregt hatten. Drei Jahre später kann die IG stolz auf die vollbrachte Leistung zurückblicken. Das älteste Wasserhaus wurde komplett von außen saniert und hat neben der wiederhergestellten Tür auch einen Brunnen als Blickfang erhalten - all das aus ehrenamtlicher Arbeit zahlreicher Helfer und mit Unterstützung des städtischen Bauhofs und der mittelhessischen Wasserwerke. Angelegt wurde damals auch die jetzt beschädigte Treppenanlage am etwas höher gelegenen Wasserhaus von 1954. Ringsum wurden mit Landkreis-Unterstützung Info-Tafeln auf einem Wanderweg angelegt, bei dem es auch an dem Quellgebiet in Nachbarschaft des Limes-Hofes vorbeigeht. Die Historie wurde von Pohlheims Ehrenbürger und Lokalhistoriker Walter Damasky zusammengetragen und festgehalten. Umso schmerzlicher ist es, dass Zeitgenossen immer wieder versuchen, diese Arbeit der IG zu zerstören. Schon am unteren Wasserhaus wurden kürzlich Beschädigungen festgestellt.

Am Samstag beim Arbeitseinsatz rund um das Wasserhaus "Am Trieb" von 1954 waren die IG-Mitglieder zuversichtlich, dass die Täter noch geschnappt werden. Anzeige wurde gestellt. Die Stufen und das Pflaster werden demnächst ersetzt. Der städtische Bereichsleiter "Bauen", Daniel Schepp, hatte bereits Ersatz angekündigt. Zudem will man Gabionen zur Stabilisation aufstellen und trockenharte Sträucher zur Begrünung daran entlang pflanzen. Mittel dafür stehen zur Verfügung, wie Stadtrat Ernst Jakob Kandel bestätigte. Im Inneren sollen sich demnächst Fledermäuse wohlfühlen. Dazu wird man Schotter im ehemaligen Wasserreservoir aufschütten und damit ein Höhlenklima schaffen. Spontan spendierte ein aufmerksamer Bürger den ehrenamtlichen Arbeitern Wilken Gräf, Ulrich Kuhn, Uwe Happel, Ernst-Jakob Kandel, Stefan Stumpf und Klaus Peter Ruhl nach ihrem Einsatz ein Fleischwurstfrühstück.

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