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Volker Kauder

Feierstunde im Juni

Völkermord-Mahnmal in Pohlheim: Prominenter CDU-Politiker bei Einweihung

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Das Mahnmal für die Opfer des Völkermords im Osmanischen Reich 1915 wird im Juni eingeweiht. Volker Kauder, der ehemalige Generalsekretär der CDU und langjährige Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, wird eine Festansprache halten.

Pohlheim - Volker Kauder, der ehemalige Generalsekretär der CDU und langjährige Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, kommt im Juni nach Pohlheim. Er hält die Festansprache zur Einweihung des Mahnmals für die Opfer des Völkermords an Christen im Osmanischen Reich vor hundert Jahren.

Kauder wird am 25. Juni um 18 Uhr in der Volkshalle in Watzenborn-Steinberg über die Verfolgung der Christen im Osmanischen Reich referieren. Der 71 Jahre alte Politiker setzt sich seit vielen Jahren für verfolgte Christen ein. 2014 wurde er für sein Engagement von Papst Franziskus mit dem Päpstlichen Gregoriusorden ausgezeichnet. An der Veranstaltung steht neben Kauders Rede eine Gesprächsrunde mit dem Architekten des Mahnmals, Besim Bulut, Bürgermeister Udo Schöffmann, einem Hinterbliebenen des Völkermords im Osmanischen Reich, einem Kirchenmitglied der syrisch-orthodoxen Gemeinde sowie den Pfarrern Jutta Hofmann-Weiß und Markus Stabel auf dem Programm.

Völkermord-Mahnmal in Pohlheim: Mannshohes Mahnmal

Das Denkmal in Pohlheim in Erinnerung an die Opfer des Völkermords im Osmanischen Reich wurde bereits im November vergangenen Jahres in Watzenborn-Steinberg auf einem Rasenstück an der Christuskirche enthüllt. Das mannshohe Mahnmal hat die Form eines Zylinders. Symbolhaft ist der Genozid vor rund 100 Jahren dargestellt. Menschen in Flucht und Vertreibung sind vor hügeligen Landschaften zu sehen. Ein osmanisches Schwert soll den Völkermord symbolisieren, Tropfen das vergossene Blut. Abends ist das Denkmal in rotem Licht illuminiert. Es soll als Zeichen der Versöhnung und als Symbol des Friedens dienen.

Zwischen 1915 und 1917 wurden im Osmanischen Reich Angehörige christlicher Minderheiten vertrieben und in großer Zahl getötet. Im Kreis Gießen leben zahlreiche Nachfahren der Opfer, mehr als 1000 aramäische, assyrische und chaldäische Familien. Der überwiegende Teil von ihnen wohnt in Pohlheim. Vor allem für sie ist es von zentraler Bedeutung, dass man die Wahrheit des Genozids im Osmanischen Reich, den Sayfo, kennt und öffentlich macht.

Das Pohlheimer Stadtparlament hatte im November 2017 einstimmig beschlossen, den Bau des Mahnmals zu unterstützen. Die Entscheidung hatte hohe Wellen geschlagen. Der türkische Generalkonsul bat die Stadt Pohlheim, das Vorhaben zurückzunehmen. Im Namen der türkischen Gemeinde erwarte er, "dass Sie gemeinsam mit den Vertretern des Stadtparlaments diese Entscheidung überdenken und von dem Fortschreiten dieses Vorhabens abgesehen wird", schrieb er. Die türkische Regierung lehnt den Begriff Völkermord ab und spricht von Massakern.

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