Alte Apfelsorten sind vor allem wegen ihres Geschmacks beliebt. ARCHIVFOTO: PAD
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Alte Apfelsorten sind vor allem wegen ihres Geschmacks beliebt. ARCHIVFOTO: PAD

Verträge statt mündlicher Absprachen

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Pohlheim/Linden(bf). Die Stadt Pohlheim hat keinen Pachtvertrag mit dem Naturschutzbund (NABU) Linden geschlossen. Es bestehe auch keine Absicht, das zu tun. Das stellt der Pohlheimer Erste Stadtrat Ewald Seidler klar.

Es sei auch nicht so, dass die Ortsgruppe des NABU aus Linden einen Apfelbaumwald in Pohlheim geplant habe. Die falsch getroffenen Aussagen standen in einem Artikel über ein Wildapfelprojekt des Naturschutzbundes.

Die Darstellungen in dem Text "Apfelbaumwald mit Ursorten" hätten in Pohlheim zu negativen Reaktionen geführt, die sich auf das Projekt erschwerend auswirken könnten, erklärte Seidler.

Initiator des Projektes ist Dr. Bernd Wirsam. Er sei auf die Stadt Pohlheim zugekommen und habe nach einer geeigneten Fläche für die Pflanzung von einem "Apfelbaumurwald" gefragt. Für die Stadt sei es aber nicht möglich, in kurzer Zeit Grundstücke für Projekte bereitzustellen, erläuterte der Stadtrat. Nach gründlicher Prüfung sehe man hier aber die seltene Möglichkeit, mit der Pflanzung von 200 bis 300 Stück Apfelursorten, von denen jede einen eigenen Genotyp aufweise, einen Beitrag zur Biodiversität und der Anpassung von Apfelsorten an das geänderte Klimageschehen zu leisten. Seidler meinte, vielleicht entwickele sich ja eine neue Apfelsorte der "Leimenkauter", der gut mit dem geänderten Klima zurechtkomme und als neuer Kulturapfel vermarktet werden könne.

Bald neue Sorte?

Auf das Vorhaben sind inzwischen Fachwissenschaftler aufmerksam geworden und darauf folgend ist eine wissenschaftliche Begleitung in der Diskussion, sagte Seidler. Bei der Suche habe sich das städtische Grundstück "Leimenkaute" als geeignet erwiesen, von der eine Teilfläche für das Vorhaben bereitgestellt werden soll. Da das Grundstück aber zurzeit landwirtschaftlich genutzt wird, wurden Gespräche über eine einvernehmliche Regelung zur Nutzungsänderung geführt.

Dabei trat laut Stadtrat ein grundsätzliches Problem zutage. Es gebe neben der klassischen Pacht weitere Vereinbarungen zur Unterverpachtung oder Nutzung und Überlassung der städtischen landwirtschaftlichen Grundstücke, allerdings meistens nur mündlich. Die Stadt weist auf die Regelung in ihren Landpachtverträgen hin, dass die Unterverpachtung, Nutzung oder Überlassung nur mit schriftlicher Genehmigung des Verpächters (der Stadt) erfolgen darf.

Seidler fordert namens der Kommune die Pächter auf, falls es solche Absprachen gebe, diese dem Liegenschaftsamt der Stadt mitzuteilen. Es gehe nicht um Sanktionierung, "sondern allein um Klarheit, wer welches städtische Grundstück aktuell bearbeite".

Ebenso bestehe die Möglichkeit, mündliche Absprachen durch einen Pachtvertrag zu ersetzen und dadurch Rechtssicherheit herzustellen.

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