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»Der Weg bleibt«, sagt Bürgermeister Andreas Ruck.

Trampelpfad für eine halbe Million?

  • vonStefan Schaal
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Pohlheim (pm/srs). Um einen Trampelpfad am östlichen Rand Hausens entspinnt sich derzeit eine kleine Pohlheimer Posse. Es geht um die Frage: Bleibt der bei Anwohnern beliebte Grasweg erhalten, wenn in den kommenden Jahren dort das Baugebiet »Hausen-Ost« entsteht? Und wenn ja: Kostet er die Stadt dann rund eine halbe Million Euro?

Letzteres behaupten zumindest die Freien Wähler. Sie werfen Bürgermeister Andreas Ruck (parteilos) vor, auf Bauland in diesem Wert zu verzichten, weil er versprochen habe, dass der von Spaziergängern gern genutzte Pfad von der Kreuzung Am Hombiegel bis zur Lutherlinde naturbelassen bleibt. Die Fläche gehöre aber zum Areal des neuen Baugebiets, betonen die Freien Wähler. Weil der Pfad sich entlang des Dorfs 600 Meter zieht und vier Meter breit ist, gingen damit 2400 Quadratmeter Bauland verloren - und der Stadt damit 400 000 Euro.

FW: Stunde der Wahrheit für Ruck

Für den Bürgermeister komme nun die »Stunde der Wahrheit«, erklären die Freien Wähler in einer Pressemitteilung. Weil Ruck versprochen habe, den Weg zu bewahren, setze er »die Möglichkeiten für zehn oder sogar zwölf bauwillige Familien« aufs Spiel, sich ein eigenes Wohnhaus« in dem Baugebiet zu errichten.

Der Bürgermeister bestätigte, dass er den Grasweg durchaus erhalten will. »Der Weg bleibt«, erklärt er. Derartige Graspfade seien wichtig für den dörflichen Charakter von Gebieten.

Auswirkungen auf die Baufläche »Hausen-Ost« durch den Pfad stünden aber noch lange nicht fest. »Die Planungen für das Baugebiet sind noch nicht abgeschlossen«, betont Ruck. Derzeit liefen beispielsweise noch Gespräche mit »Hessen Mobil« wegen eines geplanten Kreisels. Ruck schwebt ein sogenannter »Holland-Kreisel« vor, bei dem Radfahrer und Fußgänger die Landstraße auf einer Art freischwebender Brücke überqueren würden.

Grundstückspreise im Gebiet »Hausen-Ost« stünden noch nicht fest, betont der Bürgermeister außerdem. Rechenspiele, ob und wieviel Fläche durch den Graspfad verloren gehen könnten, seien daher unseriös.

Um ein Wahlversprechen handle es sich bei dem Pfad nicht, widerspricht er den Freien Wählern. Er sei bereits Bürgermeister gewesen, als er sich erstmals für den Erhalt des Wegs ausgesprochen hat.

Die Fraktion der Freien Wähler in Pohlheim fordert den Rathauschef unterdessen zu einer »schnellen Vorlage der von ihm favorisierten Umplanung für den nächsten Bauabschnitt« auf.

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