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Große Sprünge sind auf dem brettharten Holzboden in der Volkshalle nicht zu empfehlen.

Trainingsbedingungen verbessern

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Pohlheim (se). Die Tanzgruppen des Pohlheimer Karnevalvereins "Die Mollys" würden im Training gerne ihre Gelenke schonen. Ein spezieller Boden müsste hierfür angeschafft werden - und der kostet. Darum hoffen die Karnevalisten nun auf Hilfe.

Karnevalistische Tänze sind echter Leistungssport. Eine Mischung aus Ballett, zum Teil Akrobatik, aber auch Kunstturnen. Die "Mollys" treten immer wieder in Wettbewerben an, konnten zuletzt in der Altersklasse III Ü15 die Hessenmeisterschaft gewinnen. Und das, obwohl die Trainingsbedingungen in Pohlheim nicht optimal sind. Trainiert wird in der Volkshalle Watzenborn-Steinberg auf einem brettharten, schwingungsfreien Holzboden. Das geht auf die Knochen. "Wenn wir uns auf einen Wettbewerb oder Auftritt vorbereiten wollen, können wir nicht alles machen, vor allem keine Sprünge. Das schleift die Gelenke", berichtete Trainerin Caro Gerhardt. "Der Tanz kann damit nicht optimal vorbereitet werden." Wichtige Elemente können nicht oder nur unzureichend einstudiert werden.

Sven Haase, seit rund sechs Monaten Vorsitzender der "Mollys", schätzt, dass ein Schwingboden in der erforderlichen Größe rund 30 000 Euro kosten würde. Ein mobiler Schwingboden wäre denkbar, würde aber weitere Probleme mit sich bringen. Haase will nun das Gespräch mit der Stadt suchen. Jedoch sind Sporthallen, die einen Schwingboden besitzen, meist ausgebucht.

"Zweitspielrecht" für Tänzerinnen

Rund 120 Tänzerinnen sind bei den "Mollys" aktiv: von den Tanzmäusen, den Junioren, den Mollynchen bis hin zu den Molletten und den Tanzmariechen. Dass die "Mollys" sehr erfolgreich sind, haben die letzten Titelkämpfe bewiesen. Zudem haben sich die Gruppen vor der Session für Tänzerinnen anderer Vereine geöffnet, die gern an diesen Turnieren teilnehmen möchten und diese Möglichkeiten in ihrem eigenen Verein nicht haben. Quasi ein "Zweitspielrecht" für Garde- und Schautänzerinnen. Dabei können sie weiterhin für ihren "alten" Verein aktiv bleiben. "Ein weiterer Vorteil", ergänzt der "Mollys"-Vorsitzende, "ist, dass die Tänzerinnen eine professionelle Ausbildung erhalten, die sie in Auszügen auch in ihre Vereine transportieren können." So haben die "Mollys" aus dem näheren Umfeld dadurch fünf Solisten (Mariechen) und mehrere Gardetänzerinnen gewonnen.

Angetreten war der neue Vorsitzende mit dem Wunsch, den Verein "Mollys" neu zu strukturieren, zu modernisieren und zu verjüngen. Darum soll es einen jüngeren Sitzungspräsidenten geben. Der Senioren- und Familiennachmittag wird weiter vom Sitzungspräsidenten Volkmar Wolters geleitet. Auch der Elferrat soll verjüngt werden. Verdiente Elferräte sollen nach Einführung eines Senatskreises in den Stand des Senators erhoben werden.

In diesem Jahr stehen noch weitere Veranstaltungen an. Am "Schild", der karnevalistischen Mitte Pohlheims, wird am 11. November um 18.11 Uhr die Kampagne eröffnet. Mit einem kleinen Umzug und Fackeln geht es in den "Grünen Baum", wo, gern mit Gästen sowie Fassenachtern aus Hausen und Grüningen, die Eröffnung gefeiert wird. Dabei wird es ein kleines Programm mit Gesang und Büttenrede geben und der neue Sitzungspräsident der Prunksitzung wird vorgestellt.

Am 16. November (ab 9 Uhr/Volkshalle Watzenborn-Steinberg) ist ein Schulungsturnier des Bundes Deutscher Karneval vorgesehen. Hier treten Garden, Solisten und Schautänzer auf, die noch nie oder immer zu niedrig bewertet wurden. Das Besondere: Im Anschluss an die Vorführungen können die Teilnehmer in persönlichen Gesprächen mit den Jury-Mitgliedern Hintergründe über die Benotung erfahren.

Zudem wollen die "Mollys" bei der Aktion "Vereint für Deinen Verein" der Sparda-Bank Hessen punkten. Das Geldinstitut unterstützt 30 Vereinsprojekte mit jeweils 3000 Euro. Die "Mollys" würden im Fall eines Gewinns mit diesem Preis die Anschaffung eine Schwingbodens mitfinanzieren. Bis zum 6. November hat man die Möglichkeit, täglich ein Votum für seinen Verein abzugeben. Zu finden ist das Projekt im Internet unter www.sparda-vereint.de. (Foto: se)

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