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So transportiert Kerstin Westbrock Eier und Bier.

Tradition kreativ abgewandelt

  • vonGünther Dickel
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Pohlheim (gdp). Runter vom Sofa und raus aus dem Pandemie-Nebel, so lautete der Aufruf, sich in gemeinsamer Runde bei leckeren Gerichten und Getränken »rund ums Ei« zu treffen. Dazu hatte das Kreativteam des Gesangvereins Eintracht 1869 Watzenborn-Steinberg aufgerufen. Über 30 Vereinsmitglieder und Bürger waren dem Aufruf gefolgt und genossen sichtlich die etwas andere Heiterkeit.

Denn einen zweiten Osterdienstag ohne das traditionelle Eier sammeln, verhindert durch das Coronavirus, sollte es auf keinen Fall geben.

So kam es, dass dieses Mal die Eier nicht bei Bürgern und Mitgliedern abgeholt und im »Grünen Baum« verzehrt wurden, sondern Eier und Bier ins traute Heim geliefert wurden. Und deshalb fand der abendliche Eierverzehr in der heimischen Küche statt, der gesellschaftliche Treff bei Bier und Gebabbel abends vor den Monitoren in der »Eier-Talkrunde« auf dem Zoomkanal.

Dazu war einiges angerichtet, zum Beispiel 300 frische Bio-Eier, 240 Flaschen Bier, Rezeptflyer und der Zugangslink für die abendliche »Eier-Talkrunde«. Damit alles rechtzeitig angerichtet werden konnte, hatten Kerstin und Frank Westbrock mit einem Fahrrad mit Anhänger Eier und Bier den Haushalten zugestellt - unter Einhaltung der Hygieneregeln. Philipp Herbert belieferte mit seinem Pkw die Randbezirke.

Gemeinsam herzhaft gelacht

An der abendlichen »Eier-Talkrunde« nahmen auch Bürgermeister Andreas Ruck und Pfarrer Markus Stabel von der katholischen Kirchengemeinde St. Martin teil. Chorleiter Dieter Schäfer hatte seine Gitarre im Gepäck und versprühte musikalische Stimmung. Ehrenbürger Walter Damasky war dabei und informierte über die Herkunft der Eier-Sammelaktion. Denn bis 1854 mussten die Konfirmanden alljährlich für ihren Pfarrer nach Ostern diese Sammelaktion durchführen. Erst durch einen Ablösevertrag im Jahr 1855 übernahm die Gemeindekasse diese Verpflichtung an den Pfarrer. Die Konfirmanden und späteren Burschenschaften blieben der Sammelaktion dennoch treu, jedoch mit dem kleinen Unterschied, dass sie die Eier selbst im Gasthaus verspeisten.

Vorsitzender Jörg Haas war hoch erfreut, dass diese Aktion ein solch enormes Echo gefunden hat. Nach einigen Informationen und Grußworten kam nach rund 50 Minuten die Sehnsucht nach Heiterkeit und Witz durch, sodass einige »Talk-Frauen« den Moderator Günther Dickel aufforderten, endlich die Witzerunde zu eröffnen. Sodann wurde zu Witzen und Geschichten herzhaft gelacht, als säße man am runden Tisch, zu später Stund’ im »Grünen Baum«.

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