Der geplante Standort für den neuen Kindergarten hinter dem Parkplatz an der Volkshalle in Watzenborn-Steinberg missfällt der SPD. Doch ihr Antrag wurde abgelehnt. ARCHIVFOTO: SRS
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Der geplante Standort für den neuen Kindergarten hinter dem Parkplatz an der Volkshalle in Watzenborn-Steinberg missfällt der SPD. Doch ihr Antrag wurde abgelehnt. ARCHIVFOTO: SRS

Und täglich grüßt das Murmeltier

  • vonConstantin Hoppe
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Pohlheim(con). Vermutlich kamen sich die Mitglieder des Ausschusses für Bauen, Stadtentwicklung und Umwelt ein bisschen vor wie im Film "Und täglich grüßt das Murmeltier", in dem der Hauptcharakter wieder und wieder denselben Tag erleben muss:

Bei der Sitzung Ende vergangener Woche stand erneut ein Antrag der SPD auf der Tagesordnung, einen anderen Standort für eine Kindertagesstätte in Steinberg zu prüfen - als Alternative für die geplante achtgruppige Kita in der Kirchstraße in Watzenborn-Steinberg. Ein Antrag, der nahezu identisch vor einem Jahr bereits abgelehnt wurde und nun erneut zur Diskussion stand.

"Wir sind der Auffassung, dass wir damit den Belangen der Kinder und Eltern besser gerecht werden können, als mit der derzeit geplanten achtgruppigen Kita", erklärte Horst Biadala den erneuten Anlauf seiner Fraktion. "Immer wieder den gleichen Antrag zu stellen, ist doch nicht zielführend", erwiderte Reiner Leidich (CDU). "Wir haben einen Mehrheitsbeschluss gefasst, die Kita im Kirchweg achtgruppig zu bauen. Daran sollten wir uns halten." Auch andere Standortvorschläge enthält der SPD-Antrag - diese scheiden allerdings aus Sicht von Bürgermeister Udo Schöffmann aufgrund der nicht vorhandenen Verkäuflichkeit oder des Zuschnitts aus. "Das wurde alles schon einmal berichtet. Warum das jetzt wieder aufgewärmt wird, verstehe ich nicht", sagte er. "Auch sind die beiden vorgeschlagenen Grundstücke fußläufig oder mit dem Fahrrad nicht besser zu erreichen als die Kirchstraße." Damit nahm er Bezug auf einen der Hauptkritikpunkte der SPD an den bestehenden Planungen. Denn mit der größeren Kita in der Kirchstraße käme es automatisch auch zu mehr Verkehr in der Ludwigstraße, in der es schon jetzt viel Verkehr gibt.

Die Erfolgsaussichten für den Antrag waren also von vorneherein nicht sonderlich gut und so dürfte sich auch niemand über das Abstimmungsergebnis im Ausschuss gewundert haben, das genauso ausfiel wie bereits im vergangenen Jahr: Es wurde mehrheitlich abgelehnt und erhält damit eine negative Beschlussempfehlung.

Neben den Kitaplanungen gab es aber auch ein Projekt aus dem sozialen Wohungsbau bei der Sitzung zu besprechen: Holger Frutig vom Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft Horlofftal stellte ein Bauvorhaben für bezahlbaren Wohnraum in Pohlheim vor. In der Straße Zur Lutherlinde in Hausen soll auf einem bereits bestehenden Bauplatz ein weiteres Gebäude errichtet werden, in dem insgesamt 16 Wohnungen mit Größen zwischen 65 und 77 Quadratmetern entstehen sollen. Vier der Wohnungen sollen barrierefrei entstehen, der Rest barrierearm. Insgesamt sollen für das Projekt rund 3,2 Millionen Euro anfallen - Förderungen kommen vom Land Hessen, dem Landkreis Gießen und der KfW. Schon im nächsten Jahr könnten die Arbeiten losgehen und im Jahr 2022 abgeschlossen werden.

Auch in Grüningen könnte mehr Wohnraum entstehen: Hier gibt es schon seit anderthalb Jahrzehnten Planungen, am Burgweg im Westen des Stadtteils ein Neubaugebiet zu schaffen. Bislang wurden diese Planungen aber aufgrund eines dort ansässigen Betriebes - der nun umgezogen ist - nicht weiterverfolgt. Jetzt steht der Entwicklung hier nichts mehr im Weg - jedoch sind die bestehenden Vorentwürfe bereits sehr alt und längst nicht mehr zeitgemäß. Deshalb wollen die Fraktionen nun beraten, ob diese in veränderter Form wieder aufgenommen werden sollen.

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