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Klaus Haas präsentiert stolz das neue Heimatbuch "Aale Dorf-Geller Hausnohme" FOTO: RGE

Ein Stück Dorf-Güll-Geschichte

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Pohlheim(rge). Wer einen Spaziergang durch Dorf-Güll auf den Spuren der "Ritter von Güll" und ihren Nachfahren unternehmen und dabei mehr über die Geschichte des 1210 erstmals erwähnten heutigen Pohlheimer Stadtteils erfahren möchte, hat rechtzeitig vor Weihnachten dazu eine exzellente Grundlage in Form eines neuen Heimatbuches. Klaus Haas hat dieses verfasst. Auf 60 Seiten erzählen unter dem Titel "Aale Dorf-Geller Hausnohme" die überlieferten Hausnamen ihre Geschichten und geben Geheimnisse preis.

Dabei gibt es einiges zu entdecken, was es für die Nachwelt in den Erinnerungen zu erhalten gilt, fand Haas. Helmut Leidich hatte als Basis eine handschriftliche Aufstellung der Dorf-Güller Hausnamen in Dialekt verfasst. Haas fügte den Texten zudem historische und aktuelle Fotografien bei.

Nur noch ein Gasthaus

Die Idee zum Hausnamenbuch sei bereits 2016 da gewesen und im vergangenen Jahr wiederbelebt worden, sagte Haas beim Pressegespräch. Der geschichtliche Spaziergang beginnt in dem Buch in der Hof-Güller-Straße, in dem es früher reichlich Gasthäuser gab. Bei "Mösarsch" gab es das Gasthaus mit Namen "Hessenquell". Unter anderem die Schänken mit den beliebten Tiernamen "Zum Adler", "Zum Löwen" oder "Zum Schwanen" luden neben weiteren entlang dieser Hauptverkehrsstraße zum Verweilen ein. "Zur Alten Scheune" ist heute die einzige Gaststätte.

Die Hausnamen bildeten auch teilweise die Berufe ab, wie bei "Ferschtersch" der Revierförster Ernst Schäfer, die "Minn" als die Seemühle am Welsbach, "Aalt Konsums" mit seinen Gemischtwaren oder "Küfisch" in dem neben Küferhandwerk auch Bier gebraut wurde. Heute ist es dem Verfall preisgegeben.

Ein besonderes Augenmerk liegt aber auf einschneidenden Ereignissen am Ende des Zweiten Weltkrieges. Da erfuhr das Dörfchen durch Flüchtlinge und Ausgebombte einen großen Einwohnerzuwachs von 435 Einwohnern (1939) auf 800 (1946) mit Neubürgern. Haas stellte fest, dass diese große Herausforderung in der Dorfgemeinschaft trotz großer Schwierigkeiten in der Wohnraumbeschaffung gelöst wurde. Heute sind die damals heimatvertriebenen Familien integrierter Bestandteil im Dorfleben.

In einem gesonderten Teil des Buches werden diese Familien von Haas dokumentiert. Neben ihm hatte dabei auch Klaus Grieb maßgeblich dazu beigetragen, dass diese Erinnerungen in dem früher überwiegend bäuerlich geprägten Dörfchen wieder wach werden.

In dem durchweg bunten Heimatbuch "Aale Dorf-Geller Hausnohme" findet man neben Informationen zur Hausgeschichte mit Baujahr und Erbauer noch 87 Fotos. Es kostet 19,50 Euro. Telefonisch kann man es bei Klaus Haas unter 0 64 04/42 49 bestellen.

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