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Oben Gaskochfeld, unten Elektrobackofen - der Unterschied ist sichtbar.

Kurios

Stadtwerke wollen einem Pohlheimer das Gas abdrehen, wenn er Elektrobackhofen nicht umrüstet

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Weil ein Kontrolleur den Unterschied zwischen Elektrobackofen und Gaskochfeld nicht erkannte, sollte Eckart Hafemann der Gashahn zugedreht werden.

Die Umstellung auf H-Gas sorgt derzeit dafür, dass zahlreiche Verbraucher im Landkreis Gießen Besuch von Kontrolleuren erhalten. Diese sollen untersuchen, ob die Endgeräte für das neue Gas ausgelegt sind. In Pohlheim machte Eckart Hafemann nun seine ganz eigenen Erfahrung mit dem Fachpersonal.

Angeblich Rücksprache mit Hersteller

Er hielt Besuch von einem Kontrolleur der Mittelhessen-Netz GmbH. Dieser interessierte sich auch für die Küche der Hafemanns, denn hier wird mit Gas gekocht. Das Kochfeld und der dazugehörige Backofen sind noch nicht besonders alt, sodass Hafemann keine Probleme bei der Umstellung befürchtete. Doch er irrte...

Kurze Zeit später erhielt er ein Schreiben der Mittelhessen-Netz. "Nach einer gründlichen Analyse der erhobenen Daten und Rücksprache mit den Herstellern müssen wir jedoch leider feststellen, dass folgendes Gerät nach unserem heutigen Kenntnisstand nicht mit H-Gas betrieben werden kann: NEFF HBE-NP7I-F, 2OO4E3SK22NO/04", heißt es darin. Hafemann fiel aus allen Wolken. Nicht zuletzt, weil es direkt im Anschluss hieß: "Es ist daher zwingend erforderlich, das aufgeführte Gasgerät vor dem Umstellungstermin gegen ein Neugerät auszutauschen oder zu demontieren." Ansonsten würde man den Hafemanns das Gas abdrehen.

Küchenmonteuer: E-Herd läuft nicht mit Gas

Schockiert wendete er sich an seinen Küchenmonteur. Und dieser musste sich zwischen Kopfschütteln und Lachen entscheiden: Der Kontrolleur hatte das Typenschild des Elektrobackofens abgelesen. Das richtige Typenschild befindet sich nämlich an der Unterseite des Gaskochfelds - und das hätte der Kontrolleur eigentlich wissen müssen.

"Das hätten wir Ihnen gleich sagen können, dass man einen Elektrobackofen nicht auf H-Gas umstellen kann", machte Hafemann in einen Schreiben an die Mittelhessen-Netz seinem Ärger Luft. Dass da jemand mit dem Hersteller Rücksprache gehalten hat, bezweifelt der Pohlheimer ebenfalls - dieser müsste ja schließlich wissen, das sein E-Herd kein Gasherd ist. "Einfach nur erschreckend", bezeichnet Hafemann das Ergebnis der "gründlichen Analyse" - und freut sich zumindest darüber, dass er nun sein Gaskochfeld nicht entsorgen muss.

Mittelhessen-Netz entschuldigt sich

In einem Schreiben entschuldigte sich das Erdgasbüro mittlerweile: "Selbstverständlich ist ihr Gaskochfeld für das neue Gas geeignet. Selbst ohne erkennbares Typenschild ist dies eigentlich klar", heißt es darin.

Auch gegenüber der Redaktion der "Gießener Allgemeinen Zeitung" versicherte das Unternehmen, dass es sich um einen Einzelfall handele. In den kommenden Wochen würden die Kunden über die Ergebnisse der Datenerfassung per Post informiert. Sollten dabei falsche Gerätedaten auftauchen, solle man sich direkt an die Mittelhessen-Netz wenden: www.mit-n.de/ kontakt.html (pad/Foto: pm)

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